Deutscher Widerstand formiert sich im Norden

Wittgenstein..  Am Ostersamstag 1945 - es war der 31. März - stoßen amerikanische Verbände immer tiefer in Wittgenstein vor. Nachdem sie Feudingen und Banfe kampflos eingenommen und am Dörnbach und auf der Heide ihre Geschütze in Stellung gebracht haben, rücken sie auf das befestigte Erndtebrück vor.

Im Norden sind Girkhausen, Schwarzenau und Arfeld die nächsten Angriffsziele. Auch in Laasphe wird wieder gekämpft. In Erndtebrück hat die Wehrmacht schwere Kampfpanzer, Artillerie und Soldaten zusammengezogen, die auf dem Dille eine Riegelstellung eingerichtet haben, um die US-Armee zu stoppen. Die Amerikaner schießen mit ihrer Artillerie von Feudingen aus auf Erndtebrück und Birkelbach.

Laut Heimathistoriker Wilhelm Völkel herrscht große Anspannung bei den deutschen Truppen. Doch die „Amis“ kommen nicht - noch nicht. Den ganzen Tag über bleibt es am Boden relativ ruhig.

Am Himmel fliegen die Aufklärer der US-Luftwaffe und ein Jagdbomber wirft eine Bombe auf ein Haus neben dem Erndtebrücker Schulhof. Gegen Abend werden die amerikanischen Panzer erwartet.

Erste Spähtrupps der US-Armee sind bereits am Fuchsrain gesichtet worden. Am Nachmittag kommt es dann zu ersten Panzergefechten an der Amtshäuser Höhe und bei Schameder. Auch im Amtshäuser Tunnel und auf der Leimstruth fallen Schüsse.

Viele Panzer in Wunderthausen

Im Norden sieht es für die Deutschen schlecht aus. General Fritz Bayerlein erinnert sich in seinem Bericht für das US-Militär, dass Spähtrupps eine große Anzahl amerikanischer Panzer in Wunderthausen entdeckt haben. Die US-Armee nähert sich Girkhausen. Günter Eckhardt, damals ein Schuljunge, erinnert sich, dass am Gründonnerstag noch eine größere Wehrmachtskolonne im Dorf hält. Sie steht getarnt im Oster- und Odeborntal und wird fast sofort aus der Luft angegriffen. Dabei fallen auch Bomben. Blindgänger treffen Schier und Gladebächer Haus. Dem Bauern Krämer-Jeide wird ein Pferd erschossen. Als der Angriff vorüber ist, ziehen sich die e Deutschen Truppen zum Albrechtsplatz und nach Hoheleye zurück.

Amerikanische Soldaten, die sich seit Karfreitag im Dambach gesammelt haben, haben die Unterstützung der Flieger gerufen um die Wehrmacht aus dem Dorf zu vertreiben.

Schwarzenau wird besetzt

Schwarzenau wird am Ostersamstag durch die Amerikaner besetzt. Mindestens zwölf „GIs“ sterben dabei. Unterhalb des Herrenhauses wird eine Landepiste für Beobachtungsflugzeuge eingerichtet.

Dicht gedrängt stehen US-Militärfahrzeuge herum und bieten ein lohnendes Ziel für die deutsche Artillerie. Die feuert vom Sengelsberg in Berleburg und landet mit einer Granate einen Volltreffer. Zum Glück für die Amerikaner fehlt den Deutschen aber die Munition für einen größeren Feuerschlag.

In Arfeld und Meckhausen werden am Samstagmorgen die Eisenbahnbrücken von deutschen Pionieren gesprengt, um den US-Vormarsch aufzuhalten. Außerdem beziehen Panzerabwehr-Geschütze Stellung auf der Burg. Dotzlar wird so zum Angriffsziel. US-Granaten setzen die Häuser Koch, Benner und Bald sowie Scheune und Stallungen des Hauses Leihe in Brand. Die Häuser Bald und Wetter werden schwer beschädigt.

Kämpfe in Laasphe

Auch in Laasphe wird gekämpft. Die am Schlossberg zusammengezogenen deutschen Kräfte erhalten Unterstützung aus dem oberen Edertal. Von dort aus feuert Artillerie auf die Amerikaner in der Stadt. Diese lassen sich aber nicht beirren und schießen das Schloss in Brand. Das Feuer dort wird gelöscht und die weiße Fahne gehisst. Der Schlossberg wird von den Deutschen, ebenso wie Saßmannshausen, gerade noch rechtzeitig geräumt. Die US-Luftwaffe hat Befehl den dortigen Widerstand mit Bombern zu brechen. Das hätte sicher auch die Stadt in Mitleidenschaft gezogen.

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