Der Ausbau der Notunterkunft in Bad Laasphe läuft auf Hochtouren

Hintere Reihe von links: Martin Schreier, Alexander Rothenpieler, Bernd Dickel, Rainer Schmalz, Volker Kohlberger,
Hintere Reihe von links: Martin Schreier, Alexander Rothenpieler, Bernd Dickel, Rainer Schmalz, Volker Kohlberger,
Foto: Maurer
Ehrenamtliche und Behörden treffen sich zum zweiten Runden Tisch. 35 neue Arbeitsstellen geschaffen.

Bad Laasphe.. „Thank you Bad Laasphe...very much“ schreibt Hosheen Shekhi aus Syrien, der seit sechs Wochen in der Schloßbergklinik wohnt. Er bedankt sich, dass die Einheimischen ihn wie ein Familienmitglied behandelten und ihm vor allem durch psychologische Unterstützung helfen würden, den Krieg zu vergessen.

Dieser und ähnliche Dankbriefe von zahlreichen Flüchtlingen seien der Grund für die ehrenamtlichen Helfer, sich in ihrer Freizeit in der Notunterkunft einzusetzen, erklärte gestern Abend Alexander Rothenpieler als Sprecher für das Ehrenamt im Rathaus. Dort hatten sich nachmittags erst die involvierten Behörden und dann die freiwilligen Helfer zum 2. Runden Tisch getroffen, um ihre Erfahrungen und Informationen auszutauschen. Ein weiteres Thema war der Sachstand zur Ausweitung der vorhandenen 350 auf künftig 500 Plätze.

Großes freiwilliges Engagement

„Es läuft“, kommentierte Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann im anschließenden Pressegespräch. Innerhalb der kurzen Zeit seit der Erstbelegung der Notunterkunft Mitte September hätten alle Beteiligten Beachtliches auf die Beine gestellt. Zahlreiche Bauvorschriften in puncto Brandschutz wie zweite Rettungswege und Brandmeldeanlagen seien inzwischen umgesetzt und nach einer Begehung abgenommen worden. Derzeit seien 33 Zimmer bezugsfertig, weitere würden fertiggestellt. Bis voraussichtlich zum Frühjahr 2016 seien die höher angesetzten baulichen Standards für eine Zentrale Unterbringungseinheit (ZUE) erfüllt, so Volker Kohlberger, Fachbereichsleiter Bürgerdienste.

Mireille Samaras als Leiterin der Einrichtung vom DRK gab einen kurzen Einblick in die personelle Situation: Derzeit sind 35 hauptamtliche Arbeitsnehmer in der Notunterkunft beschäftigt, die alle aus der Region stammen. Gesucht würden noch vier sozialpädagogische Fachkräfte und zwei Personen für die Reinigung der öffentlichen Bereiche wie Flure, Gemeinschafts- und Sanitärräume. Die Zimmer würden von den Bewohnern selber in Ordnung gehalten. Die Sanitätsräumlichkeiten seien inzwischen eingerichtet, so dass sich die medizinische Betreuung durch die Hausärzte vor Ort in Zusammenarbeit mit drei angestellten Krankenpflegern eingespielt habe. Auf ehrenamtlicher Seite engagieren sich momentan 30 Freiwillige; weitere Bürger hätten ihre Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert, so Alexander Rothenpieler.

Polizeihauptkommissar Bernd Dickel hatte einige Diebstähle und Körperverletzungsdelikte innerhalb der Notunterkunft zu verzeichnen, Bürger seien nie betroffen gewesen. Anfängliche Ängste vor allem unter den Nachbarn der Schloßbergklinik hätten sich mittlerweile durch persönliche und telefonische Gespräche, vor allem aber die Erfahrung der ruhig verlaufenen Praxis weitestgehend gelegt, bestätigte Bürgermeister Dr. Spillmann.

 
 

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