Bühne frei für Geri den Klostertaler

Sören Schlabach mit seiner Steirischen Harmonika, wie sie auch Geri der Klostertaler bei seinen Auftritten zu spielen pflegt.
Sören Schlabach mit seiner Steirischen Harmonika, wie sie auch Geri der Klostertaler bei seinen Auftritten zu spielen pflegt.
Foto: WP
Sören Schlabach hat einen Fanclub zu Ehren des Volksmusik-Stars Gerhard Tschann gegründet. Am 3. Juni tritt sein Idol in der Schützenhalle Herbertshausen auf.

Bad Laasphe.. Vor einigen Wochen hat Sören Schlabach sogar begonnen, das Spiel auf der Steirischen Harmonika zu erlernen. „Das ist ziemlich schwierig“, erklärt der 20-Jährige, „man muss dafür die Griffschrift lernen.“ Doch Geri der Klostertaler, sein musikalisches Vorbild, spielt das stark an ein Akkordeon erinnernde Handzuginstrument ja schließlich auch. Und das Saxophon. Und den Dudelsack. Und manchmal auch das Alphorn. Sören Schlabach hat jedes seiner vier bisher erschienenen Solo-Alben auf CD, teilweise auch signiert.

Im November des vergangenen Jahres gründete er einen Fanclub, zu Ehren des ehemaligen Mitglieds der Klostertaler – bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2010 eine der ganz großen Stars der volkstümlichen Musik. Der Club hat aktuell 15 Mitglieder. „Tendenz steigend“, prognostiziert Schlabach. Spätestens nach dem 3. Juni, wenn der Schlagerstar in der Schützenhalle Herbertshausen auftritt, könnte sich diese Prognose bewahrheiten.

Sören Schlabach war sieben Jahre alt, als er sich mit dem Klostertaler-Virus infizierte. Mit seinen Eltern war er damals im Österreich-Urlaub unterwegs, sie machten einen Abstecher nach Vorarlberg, dorthin, wo das Klostertal liegt. Die gefeierten Lokalmatadore gaben seinerzeit ein Open-Air-Konzert in der Heimat, mit anschließendem, ausgiebigem Frühschoppen. Ralf Schlabach, seine Frau Kerstin und klein Sören hatten, so berichten sie heute unisono, eine ganz wunderbare Zeit. Eine Zeit, die eine besondere Verbindung zur Gruppe knüpfte.

Überschüsse für den guten Zweck

Jetzt, rund 13 Jahre später, opfern Sören und sein Kumpel Markus Schmidt, 33 Jahre jung und selbstverständlich Fanclub-Mitglied der ersten Stunde, ihre Freizeit dafür, dass auch der Auftritt des volksnahen Künstlers in „ihrer“ Schützenhalle etwas Wunderbares wird. Dabei schlagen Schlabach und Schmidt zwei Fliegen mit einer Klappe: Nicht nur wird Geri, der mit bürgerlichem Namen Gerhard Tschann heißt, die Halle vor der eigenen Haustür mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Beben bringen. Er wird sich auch Zeit nehmen für seinen treuen Anhänger aus Herbertshausen, so wie er es einmal im Jahr für jeden seiner aktuell sieben Fanclubs in Deutschland tut. „Geri wird wohl schon vormittags mit zwei Musikern anreisen“, weiß Schlabach, „und zwei Leuten, die die Technik installieren.“

Bemerkenswert: Die „Blau-Weißen Herzen“, ein Fanclub des FC Schalke 04 aus Banfe, werden am 3. Juni die bis zu 600 durstigen, feierwütigen Kehlen mit mehreren hundert Litern Frischgezapftem versorgen – größtenteils finanziert aus eigener Tasche. „Drei Zapfstellen sind angedacht“, verrät Schmidt, „mögliche Überschüsse bei den Einnahmen wollen wir dann an öffentliche Einrichtungen spenden.“

Geri ist am Apparat

Für Sören Schlabach dürfte dieser Tag noch aus anderen Gründen ein ganz besonderer werden. Er hat Tschann mittlerweile auch persönlich kennenlernen dürfen, ist für ihn bereits rund 450 Kilometer umhergereist. Tendenz steigend. Einmal aber konnte er nicht dabei sein. Im bayrischen Wald war das, Papa Ralf und Mama Kerstin waren mit den Herbertshausener Schützen unterwegs, Tschann war für einen Videodreh vor Ort. Plötzlich huschte er an den Schlabachs vorbei, Kerstin reagierte und schon saßen sie gemeinsam an einem Tisch. Echt schade für den Sohnemann. Oder etwa nicht?

In Herbertshausen klingelte das Telefon, Schlabach junior hob ab: „Hallo Sören? Geri hier! Ich wollte dich schön grüßen und zu meinem nächsten Konzert einladen.“ Das muss der Moment gewesen sein, in dem die Gründung des Fanclubs nur noch Formsache war.

EURE FAVORITEN