„Bremsspuren“ der Kunst in der Sparkasse

Große Kunst in großer Künstlergruppe - mit 24 Aktiven der WKG - ist unter dem Motto „Bremsspuren“ in der Sparkasse Wittgenstein zu sehen.
Große Kunst in großer Künstlergruppe - mit 24 Aktiven der WKG - ist unter dem Motto „Bremsspuren“ in der Sparkasse Wittgenstein zu sehen.
Foto: WP

Bad Berleburg.  Kunst benötigt viel Licht, um im Auge des Betrachters Eindrücke zu hinterlassen, Eindrücke, die mehr Sinne erreichen, als den Sehsinn. In den Galerien der Sparkasse Wittgenstein wird die Möglichkeit lichtdurchfluteter Räume von Künstlern, Kunstinteressierten und Betrachtern seit vielen Jahren in Ausstellungen sehr gern wahrgenommen. Jetzt fand eine Vernissage der ganz besonderen Art mit der Wittgensteiner Kunstgesellschaft (WKG) statt.

Ins rechte Licht gesetzt

24 Künstler, und das sind längst nicht alle schöpferischen Kräfte des Vereins, gaben insgesamt 50 Werke zum Motto „Bremsspuren“ zur Exposition. Gemälde, Zeichnungen zum Thema, Fotografien und eine Plastik zieren ab sofort bis einschließlich 30. Juni den Ausstellungsraum in der Sparkasse. Dabei lässt der Begriff „Bremsspuren“ eine Fülle an Interpretationsmöglichkeiten. Ob „ungebremst“, „ausgebremst“, sozialkritisch oder humorvoll – die Künstler ließen ihrer Fantasie freien Lauf. Verbal „ins richtige Licht“ setzten zunächst einmal die Laudatoren zur Ausstellung ein Zeichen. Kunst ist notwendig, so der Vorsitzende der WKG, Wolfgang Völker.

Sie gibt neue Impulse, bietet besonders mit den speziellen Räumlichkeiten des Kreditinstituts eine attraktive Betrachtungsmöglichkeit für die Öffentlichkeit. Mit der neuen Kooperation schufen die Aktiven von WKG und Sparkasse ein kleines Stück mehr Lebensqualität und beeinflussen das Miteinander von Kunst und Kultur positiv.

Mit Untermalung

Kunst und Musik schließen einander nicht aus. Daher ist die akustische Begleitung immer ein absolutes Muss für die Gestaltung einer Vernissage und gab der bunten Vielfalt Würze und einen gewissen Pfiff. Das dachte sich auch Georg Gayer von der Musikschule Wittgenstein und motivierte neun Schülerinnen und Schüler der Musikklasse vom JAG mit Intermezzi Worte, Bilder und Plastik zu untermalen.

Dass „Bremsspuren“ ebenfalls linguistisch zu erklären sind, liegt auf der Hand. Der Siegener Schriftsteller Dr. Dieter Stündel nahm sich dieser Aufgabe gern an. Bereits im Jahr 2011 hatte er der WKG schon einmal helfend zur Hand gestanden mit dem richtigen Wort am richtigen Ort. Dr. Stündel rollte von hinten auf und pflückte das Wort „bremsen“ in seine Morpheme und phonetischen Bestandteile. Das rief Grinser, Lacher und Stirnrunzeln hervor auf den Gesichtern in der vollbesetzten Sparkassenhalle.

Bremsen – die Vielfalt erkennt der Sprecher im täglichen Gebrauch nicht und macht sich auch wenig Gedanken, doch Dr. Stündel brachte es auf den Punkt, was die Künstler in Bildern umsetzten: es kann ein Hemmschuh, der Drang, der Zwang, der Maulkorb gemeint sein, vielleicht auch ein Insekt.

Spiegelungen wie die Gewalten der Natur, Reifenspuren, Innehalten, Kreativität, Fortschritt und Veränderung, Ellbogengesellschaft, Kosmetik bremst die Spuren der Zeit, Krankheitsdarstellung als abrupter Stopp im Arbeitsleben – alles „Bremsspuren“ und die Möglichkeiten des kreativen Ausdrucks.

Spuren hinterlassen

Doris Arndt, Johanna Breidensstein, Hildegard Colling, Elisabeth Demuth, Jutta Dornhöfer, Marion von Dreusche, Elke Franz, Gautam, Peggy Habiger, Klaus Jung, Peter Kehrle, Monika Koslowski, Roswitha Kunze, Hildegard Leopold, Michaela Mühmel, Eva Elena Müller, Ortrud Riedesel-Hilse, Margit Ritter, Juliane Rother, Gilberte Scheitza, Ingrid Schering, Doris Stöcker, Marion Strietzel und Erika Winkler machten sich alle samt auf den „Bremsweg“, um mit ihrer Kunst und ihrem Können, meist als Amateure, Spuren im Auge des Betrachters zu hinterlassen.

 
 

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