Blick hinter die Kulissen des Biomasseheizkraftwerkes

Schameder. Eine kleine Gruppe der Energiegenossenschaft Bad Laasphe eG besichtigte jetzt das Biomasseheizkraftwerk Schameder. Der stellvertretende Kraftwerksleiter Sven Sure zeigte ihnen das hochmoderne Werk in einer Führung. Sie ist vor wenigen Jahren für 25 Millionen Euro erbaut worden. Genauso wie das Pelletwerk gehört sie vollständig zur RWE-Tochter Innogy. Am Anfang der Führung stand dabei das Frischholz, welches als Waldrest- und Landschaftspflegeholz beispielsweise von Straßenmeistereien stammt. Bei der Aufbereitung des Hackgutes werden metallische Gegenstände getrennt: Allerlei Müll aus dem Wald wie Weidezäune werden so aussortiert.

Im Kesselhaus steht dann der Dampferzeuger. Bei hohen Temperaturen wird das Holz kontinuierlich verbrannt. Ein „Höllenfeuer“, so die einhellige Meinung, war durch die Luken sichtbar. Der Dampf aus dem Kessel wird in der Turbine zu Strom umgewandelt. Als „Nebenprodukt“, so erklärte RWE-Mitarbeiter Sure, „erzeugen wir fünf Megawatt Strom“. Eine Strommenge für zirka 12 000 Haushalte. Sechs der 14 Mitarbeiter überwachen im Schichtbetrieb die Anlage. Ein hoher Wirkungsgrad wird durch eine effiziente Konstruktion der Dampf- und Rauchwege erreicht, weil die Restwärme des Rauchgases zum Vorheizen der Zuwasserleitung und der Frischluft genutzt wird.

Rauchgas wird gereinigt

Bis zu 15 MW werden als Prozesswärme für das benachbarte Pelletwerk der NRW Pellets GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der RWE Innogy, ausgekoppelt. Wie im Kraftwerk wird dort durchgehend Holz zu hochwertigem Heizgut weiterverarbeitet. Als letzte Station der Führung wurden die großen Installationen zur Rauchgas-Reinigung gezeigt. Neben der energetischen Verwertung werden Schadstoffe wie Staub den Abgasen entzogen. Weit unter den Grenzwerten liegen die Emissionen, die live zur Bezirksregierung weitergeleitet werden.

Zurück in der Zentrale wurden auch die schwierigen fachspezifischen Fragen von Vorstandsmitglied Frank Leyener kompetent von den anwesenden RWE-Mitarbeitern beantwortet. Zum Abschluss diskutierten die Teilnehmer der Führung über die Zukunft und Anfälligkeit der Energiewirtschaft. „Mehr Dezentralität bei der Erzeugung des hochwertigen und elementaren Gutes Strom sei vonnöten“, wünschte sich Energiegenosse Arno Vomhof. Außerdem wurden viele Beispiele für die Wichtigkeit des Stromes eingeworfen.

 
 

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