Betten-Aufbau statt Schützen-Hilfe

Als „Besenwagen“ gehört der Einsatzwagen des DRK zum festen Bild bei jedem Umzug des Schützenvereins Berleburg. Auch an diesem Wochenende sind die Sanitäter einsatzbereit.
Als „Besenwagen“ gehört der Einsatzwagen des DRK zum festen Bild bei jedem Umzug des Schützenvereins Berleburg. Auch an diesem Wochenende sind die Sanitäter einsatzbereit.
Foto: Christoph Vetter
Eigentlich hatten sich die DRK-Sanitäter auf ihren Einsatz beim Bad Berleburger Schützenfest eingestellt. Doch dann werden sie plötzlich nach Hagen beordert.

Bad Berleburg..  Die Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes gehören bei den Festumzügen der Schützen genauso dazu wie die Gastvereine, der Geck und verschiedene Musikformationen. Ist die Anwesenheit der Ersthelfer eigentlich selbstverständlich? Am gestrigen Freitag jedenfalls war eine logistische Meisterleistung des DRK erforderlich, damit eine Patienten-Versorgung vor Notarzt und hauptamtlichem Rettungsdienst gewährleistet ist.

Routinemäßig hatte der Schützenverein den Sanitätsdienst beim DRK-Ortsverband Bad Berleburg bestellt. Doch der erhält am Freitagmorgen unerwartet für einen Sonder-Einsatz: Das Land NRW ordert die Einsatzeinheit II Wittgenstein zur Sammelstelle nach Siegen. Von dort geht es in einer Kolonnenfahrt weiter zur Turnhalle des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs in Hagen, wo bis zum Abend eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet werden muss. Bettenaufbau, Essenversorgung – alles Dinge, mit der diese Einheiten vertraut sind.

Gleichzeitig fehlen die für Bad Berleburg vorgesehenen Helfer. Schützenhauptmann Dirk Pöppel im Gespräch mit unserer Zeitung: „Gerade mit Blick auf die Hitze sind wir in diesem Jahr besonders auf diese Unterstützung angewiesen. Dem DRK sind wir sehr dankbar, dass das alles geklappt hat.“

Zum Glück Ersatzleute gefunden

Das ging aber nach Informationen unserer Lokalredaktion nur deshalb, weil durch „freundschaftliche Kontakte über Kreisgrenzen hinaus“ Ersatzleute für die Berleburger Präsenz gefunden werden konnten. Einer von ihnen hat seinen freien Abend geopfert, sein „Kind in der Verwandtschaft untergebracht“, um die Schützen und ihre Gäste nicht im Stich zu lassen.

Geld bekommen die Helfer nicht persönlich. Gebühren gehen an den Ortsverband, der von solchen Einnahmen Material und Ausrüstung beschaffen muss. In diesem Fall zeigt sich, wo das Ehrenamt an Grenzen stößt. Denn wenn das DRK kurzfristig zugesagte Sanitätsdienste absagen muss, können Veranstalter möglicherweise in die Bredouille kommen.

Bestandteil von Genehmigungen

Denn: Nicht selten zählt bei größeren Festen die Präsenz von Sanitätern zur Auflage der behördlichen Genehmigungen.

Bereits am Freitag hat der Berleburger Schützenvorstand spontan reagiert. „In Kürze werden wir aus unseren Vorstandsreihen zum Ersthelfer ausbilden lassen“, kündigt Hauptmann Pöppel an. Das löse zwar nicht das grundsätzliche Problem, aber „es entspannt die Situation im Wesentlichen“. Ohnehin, so der Hauptmann, ist ja auch unsere Rettungswache in Bad Berleburg rund um die Uhr besetzt.“ Und von der aus hat ein RTW am Abend den Festzug und Zapfenstreich begleitet – vorsorglich, wegen der extremen Temperaturen.

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