Beschleunigte Asylverfahren in Modell-Einrichtungen

500 Flüchtlinge sollen in Bad Berleburg  unterkommen. Durch die jetzt eröffneten Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) an beiden Standorten wird der Prozess beschleunigt und die Verfahren abgekürzt.
500 Flüchtlinge sollen in Bad Berleburg unterkommen. Durch die jetzt eröffneten Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) an beiden Standorten wird der Prozess beschleunigt und die Verfahren abgekürzt.
Foto: Christoph Vetter
Modell-Einrichtungen sollen Flüchtlinge besser betreuen, unnötige Fahrten vermeiden und zu einer schnelleren Asyl-Entscheidung beitragen.

Bad Berleburg/Burbach.. In den Flüchtlingsheimen in Bad Berleburg und Burbach im Siegerland sollen Asylsuchende besser betreut und ihre Anträge schneller bearbeitet werden. Am Dienstag ist die seit Mai im Probetrieb laufende „Einrichtung neuen Typs“ offiziell eröffnet worden. Die Bezirksregierung in Arnsberg hat dafür die Verantwortung an den Kreis Siegen-Wittgenstein abgegeben, der eng mit den Betreuern vor Ort zusammenarbeitet. Außerdem wurde eine Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vor Ort eingerichtet. So können Flüchtlinge direkt bei der Erstaufnahme ihren Asylantrag stellen.

Erträglichere Wartezeiten

Damit sollen für die Menschen die Wartezeiten bis zu ihrem Verfahren erträglich bleiben. „Diese inhaltliche und räumliche, die effektive und schnelle Zusammenarbeit ist das optimalste, was man sich wünschen kann“, lobte der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt, und stellte damit für die beiden Einrichtungen den Modell-Charakter heraus, an dem sich andere Einrichtungen orientieren sollen. Lange Transporte durch NRW entfallen, Zuweisungen an die Kommunen passieren direkt von Burbach und Bad Berleburg aus.

Eine wichtige Aufgabe kommt den Asyl-Entscheidern im BAMF zu. Dazu zählen in Bad Berleburg Dirk van Führen und Martina Börste. Ihnen sitzen die Flüchtlinge gegenüber, können ihren Asylantrag begründen. „Dann müssen wir die Entscheidung gerichtsfest treffen“, sagt Martina Börste und berichtet, dass die Verwaltungsgerichte im Durchschnitt elf Monate bis zum Bescheid benötigen.

Schwierige Sechs-Augen-Gespräche

Dass die Sechs-Augen-Gespräche inklusive Dolmetscher nicht immer einfach verlaufen, berichtet van Führen: „Was soll man dem eigentlich auf Asyl chancenlosen Kosovaren entgegnen, wenn er begründet: Frau Merkel sagt, ihr braucht Fachkräfte, deshalb bin ich hier?“ Fünf Entscheider treffen ihr Urteil jeweils bis zu sieben Mal am Tag, verraten dem Antragsteller allerdings nicht das Ergebnis, das erhält er schriftlich.

Zugleich entschied die Stadt Herne am Dienstag, 100 Wohncontainer für 400 Flüchtlinge anzumieten. Damit könnte Herne insgesamt 1000 Asylbewerber beherbergen. Die Stadt erwartet indes weitere 500 bis 1500 Flüchtlinge in diesem Jahr.

 
 

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