Bald wieder Strom aus der Mühle Womelsdorf

Womelsdorf..  An der fast 400 Jahre alten Mühle in Womelsdorf tut sich was: Hier laufen derzeit die Bauarbeiten für eine neue Wasserkraft-Anlage, die schon ab Mai kommenden Jahres bis zu 35 Kilowatt pro Stunde an Strom für das öffentliche Netz produzieren soll. Rechnerisch ließe sich damit ein komplettes kleines Dorf mit Elektrizität versorgen.

Rund 250 000 Euro stecken Achim Wickel aus Feudingen sowie dessen Sohn Johannes und der Womelsdorfer Kfz-Werkstattmeister Bernd Föllmer als Hauseigentümer gemeinsam in das Projekt. Und hoffen darauf, dass sich die Investition bald rechnet. Sogar eine eigene Gesellschaft namens „Hydroston Wittgenstein GmbH“ ist derzeit in Gründung. Die Volksbank vor Ort, die einen Kredit gegeben habe, sei von dem Projekt und den guten Chancen zur Refinanzierung jedenfalls angetan, freut sich Wickel.

Neue Technik kommt ins Glashaus

Im Moment entsteht gewissermaßen das Beton-Fundament, in dem die neue Turbine demnächst passgenau Platz finden soll. „Eine Spezialanfertigung übrigens“, betont Achim Wickel, die derzeit von einer Fachfirma aus dem Allgäu gebaut werde. Individuell hergestellt werden auch viele andere Teile für die gesamte Anlage, die künftig den Strom aus Wasser des Mühlbachs macht. Und der wiederum speist sich aus der nahen Eder.

Für die Planung der Anlage arbeiten die künftigen Betreiber intensiv mit Dr. Ronald Steinhoff zusammen. Der Physiker hat seit 2005 Erfahrung in Planung und Bau von Wasserkraftanlagen, betreibt auch einige in Dautphetal an der Lahn. Ein Ziel der Steinhoff Energieanlagen GmbH im hessischen Taunus: die Reaktivierung bestehender Wasserkraft-Anlagen. Wie bei dem Projekt in Womelsdorf.

Mit dem neuen Bürgermeister der Gemeinde Erndtebrück führe man bereits Gespräche, erläutert Bernd Föllmer, um später auch den Mühlbach selbst und mehr als einen Kilometer Wirtschaftsweg daneben attraktiv für Wanderer im Edertal zu machen – und außerdem einen Aufstieg für Fische in den Bachlauf zu integrieren. Strom-Erzeugung, ökologisch sauber – das soll das Image der neuen Anlage prägen.

Die moderne Turbine soll übrigens nicht hinter Mauern verschwinden, so Wickel weiter, sondern durch Glaswände von außen bei der Arbeit zu sehen sein. Darüber hinaus plant das Team in der Mühle eine kleine Ausstellung: Sie soll unter anderem über die Bedeutung der Maschine für den Mühlenbetrieb der letzten Jahrzehnte informieren. So hatte im Gebäude bis Mitte 2014 noch eine Turbine Baujahr 1931 ihren Dienst getan.

Sollten in der Mühle nicht auch Ferienwohnungen entstehen? Diesen Traum haben Wickel und Föllmer zunächst einmal hintenan gestellt. Im Moment sei ein Teil des Gebäudes an Asylbewerber vermietet, so Wickel. Und zwei weitere Wohnungen habe man der Gemeinde bereits zur Unterbringung von Flüchtlingsfamilien angeboten.

 
 

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