Bad Berleburger wollen ihr neues altes Nummernschild

Katja Gohsmann
Die BLB-Kennzeichen sind heiß begehrt in Wittgenstein.
Die BLB-Kennzeichen sind heiß begehrt in Wittgenstein.
Foto: WP
Seitdem Bad Berleburg wieder ein eigenes Kennzeichen haben kann, steht die Kennzeichen-Presse bei Reinhild Heiner kaum noch still. Die Bad Berleburger wollen zeigen, woher sie kommen: Die Kfz-Zulassungsstelle hat bereits 226 BLB-Schilder ausgegeben. Davon waren 186 reine Umkennzeichnung.

Bad Berleburg. In einer Thermoskanne steht Kaffee für wartende Kunden bereit - dabei geht es bei Autoschilder Hoffmann in Bad Berleburg schnell. Ruckzuck sind die neue Kennzeichen fertig. Gefühlte Dauer: Eine Minute. Aber seit dem Ansturm auf die BLB-Schilder kann es auch dort manchmal etwas voller werden. „Letzten Mittwoch gab es selbst bei mir eine kleine Warteschlange“, sagt Reinhild Heiner von Autoschilder Hoffmann.

Flink legt sie die gewünschte Kombination aus Buchstaben und Zahlen auf den Schild-Rohling, drückt einen Knopf und schon nimmt das Wunschkennzeichen Form an. Danach läuft das Schild über eine schwarze Heißprägefolie und dann steht BLB schwarz auf weiß. Darauf haben viele Wittgen­steiner lange gewartet. „Die Leute sind einfach nur glücklich“, hat Reinhild Heiner beobachtet.

705 BLB-Nummernschilder sind reserviert

Einer dieser Glücklichen hält seine neuen Nummernschilder nun in der Hand: Ernst Wecker aus Bad Berleburg hat die Zulassung des alten Kennzeichens von Anfang an unterstützt. „Ich identifiziere mich mit Wittgenstein. Am besten wäre es natürlich, wenn Wittgenstein draufstehen würde - das wäre eine Klammer für alle“, sagt Wecker.

Aber die BLB-Schilder sind auch außerhalb von Berleburg beliebt. „Es kommen auch Erndtebrücker und Bad Laaspher“, sagt Elisabeth Schaefer von der Kfz-Zulassungsstelle in Bad Berleburg. Bis gestern wurden dort 705 neue BLB-Kennzeichen reserviert. Außerdem wurden bereits 226 BLB-Schilder ausgegeben - davon waren 186 reine Umkennzeichnungen.

„Am vergangenen Mittwoch war ein enormer Andrang.“ Auch die Sonderöffnungszeiten am Samstag und vor allem am Freitag wurden gut angenommen. Elisabeth Schaefer und ihre Kolleginnen erwarten, dass der Großteil sich nach und nach, wenn die Anmeldung eines neuen Autos ansteht, für BLB entscheiden wird.

"Ich bin mit Leib und Seele Berleburgerin."

Sonst wird es vor allem für Firmen mit eigene Fuhrpark teuer. So lange wollte Michaela Möhn-Neus mit ihrer Wittgensteiner Gebäudereinigung nicht mehr warten: Ihr eigener Firmenwagen trägt schon BLB - und für die restlichen drei Firmenautos sind die Kennzeichen bereits bestellt. „Ich finde das Kennzeichen total klasse, schließlich bin ich mit Leib und Seele Berleburgerin. Mir ist es wichtig zu zeigen, wo ich herkomme. Diesen Lokalpatriotismus lasse ich mir auch was kosten“, sagt Michaela Möhn-Neus.

Ähnlich sehen das viele Wittgensteiner - und für einen von ihnen war es ein besonders wichtiges Anliegen. „Ich hatte letzte Woche einen Anruf aus Sibirien“, berichtet Elisabeth Schaefer von der Zulassungsstelle. Sie glaubte zunächst an einen Scherz. Der Mann hat seinen Wohnsitz in Wittgenstein, ist aber beruflich in Russland tätig. „Wir haben natürlich auch ihm ein Kennzeichen reserviert.“