Aus dem Rollstuhl auf das Rennrad

Heiner Lenze
Ziehen in Sachen Filmvorführung  an einem Strang: Nanette Schorge-Brinkman (Kulturinitiative), Gastgeber Dr. Ralf Wied, Ute Beuter (VdK) und Regina  Dörnbach-Völkel (Kulturinitiative) (v.l.). Foto:Heiner Lenze
Ziehen in Sachen Filmvorführung an einem Strang: Nanette Schorge-Brinkman (Kulturinitiative), Gastgeber Dr. Ralf Wied, Ute Beuter (VdK) und Regina Dörnbach-Völkel (Kulturinitiative) (v.l.). Foto:Heiner Lenze
Foto: WP
Erndtebrücker Kulturinitiative und VdK präsentieren den ungewöhnlichen Kinofilm „Tour fürs Leben“ über eine Radtour.

Erndtebrück.  Auf 583 Höhenmetern, in der Haflingerhütte über der Edergemeinde, haben die Erndtebrücker Kulturinitiative, der örtliche VdK und Ralf Hauke einen ungewöhnlichen Kinofilm angekündigt, der bisher alle Zuschauer stark berührt hat. Es geht um Andreas Beseler, den seine Freunde einfach nur „Besi“ nennen.

Vor 20 Jahren erkrankte der Rodgauer an Multipler Sklerose, saß bereits im Rollstuhl, wollte sein Schicksal aber nicht hinnehmen, erzählt der Erndtebrücker Ralf Hauke, selbst an MS erkrankt. Andreas Beseler ist dann mit seinen Rennrad 3835 Kilometer durch Kanada gefahren, erstens um Erkrankten Mut zu machen, zweitens um Spenden zu sammeln. Fast 27 000 Euro sind dabei zusammen gekommen. Das Geld hat er dann der Nathalie-Todenhöfer-Stiftung zukommen lassen, die sich um MS-Kranke in Not kümmert.

Mit 40 Akteuren nach Barcelona

Bei der einen Tour durch Kanada sollte es aber nicht bleiben. 2014 organisierte Beseler die „Besi & Friends-Tour“ mit 40 Akteuren, mit und ohne Handicap, von Frankfurt nach Barcelona. Mit dabei auch Ralf Hauke. Erneut wurden Spenden für die Stiftung gesammelt, dieses Mal kam die stolze Summe von 55 555 Euro zusammen.

Bei den beiden Sponsorenfahrten sind umfangreiche Bildaufnahmen entstanden. Daraus wurde der Film „Tour fürs Leben“ geschnitten, und von diesem Werk zeigte sich auch Ute Beuter vom VdK sehr angetan, schließlich ist die Thematik sehr interessant. „Außerdem planen wir jetzt Filmnachmittage anzubieten“, so Ute Beuter, die Kontakt zur Erndtebrücker Kulturinitiative um die 1. Vorsitzende Nanette Schorge-Brinkman und zu Regina Dörnbach-Völkel aufnahm, die das Anliegen natürlich gerne unterstützen.

Gezeigt wird der Film am Mittwoch, 8. Juni, um 19.30 Uhr in der Edermühle.

Die Fahrt auf die 583 Höhenmeter an der Grimbachstraße hat sich für die Vertreter der Kulturinitiative gleich doppelt gelohnt. Sie durften nämlich auch die komplett renovierte Haflingerhütte von Dr. Ralf Wied bestaunen. Nanette Schorge-Brinkman und Regina Dörnbach-Völkel können sich die urige Location durchaus als Austragungsort einiger ihrer Veranstaltungen vorstellen. Anbieten würde sich unter anderem eine Winterlesung bei knisterndem Kaminfeuer.