Artenschutz steht Windkraftplanung am Sohl im Wege

Windrad Montage auf dem Spreitzkopf. Zwei weitere Anlagen sind jetzt genehmigt.
Windrad Montage auf dem Spreitzkopf. Zwei weitere Anlagen sind jetzt genehmigt.
Foto: WP

Fischelbach..  Der geplante Bau von zehn Windkraftanlagen am Sohl bei Fischelbach wird sich verzögern. Unklar ist auch, ob wirklich alle Anlagen am vorgesehenen Standort entstehen können oder ob sich die Anzahl noch reduziert. Helmut Kneppe als zuständiger Dezernent beim Kreis Siegen-Wittgenstein bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass für das Großprojekt eine längere Artenschutzprüfung notwendig ist, weil ihm schwerwiegende artenschutzrechtliche Bedenken im Wege stehen, die bereits im Landschaftsbeirat geäußert wurden.

Dabei geht es nicht allein um die vom projektierenden Unternehmen Juwi eingereichten Unterlagen, die bereits Artenschutz-Untersuchungen enthalten. So ist von Juwi in einem Wildkatzengutachten bereits im vergangenen Winter eine entsprechende Population festgestellt worden. Die beim Kreis vorliegenden Informationen sind aber weiter gehend. „Wir verlassen uns da auch auf die Fachleute vor Ort“, betonte Kneppe.

Kreis redet mit Juwi

Bekannt ist demnach, dass es zum Teil umfangreiche Populationen nicht nur von Wildkatzen gibt, sondern auch von Schwarzstorch und von Fledermäusen. Vor diesem Hintergrund würden ergänzende Untersuchungen notwendig. „Es kann sein, dass auch die Brut- oder Nistperioden von Vogel- oder Fledermausarten abgewartet werden müssen“, verwies der Kreis-Baudezernent auf mögliche Verzögerungen, die durchaus ein halbes Jahr betragen und Einfluss auf die Lage und den Betrieb der Anlagen haben können. Schon die Frage, welche Fledermausart vorhanden sei und wie deren Flug- und Jagdverhalten einzuordnen sei, könne für den Bau und Betrieb unterschiedliche Auflagen mit sich bringen. Kneppe: „Wir müssen mit den Antragstellern darüber reden.“ Das soll in Kürze geschehen.

Während das Juwi-Projekt wegen des Artenschutzes also vorerst auf Eis liegt, hat der Kreis den Bau von zwei zusätzlichen Windkraftanlagen der „Wittgenstein new energy“ im Windpark von Ludwig Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein zwischen Hesselbach und Banfe genehmigt. Ob sie dieses Jahr noch gebaut werden, hängt nicht zuletzt auch vom Hersteller ab. „Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen“, verwies Cliff Reppel, verantwortlich für die Projektierung, auf die Tatsache, dass nun zunächst Vertragsverhandlungen anstehen und es derzeit nicht ganz einfach ist, die großen Anlagen zeitnah zu ordern. „Der Markt ist leer gefegt. Viele Hersteller sichern erst für Mitte nächsten Jahres eine Lieferung zu.“

Grundsätzlich möchte man gern wieder zwei Vestas-Anlagen errichten, die eine Nabenhöhe von 140 Metern und eine Maximalleistung von 3 Megawatt haben. Nicht zuletzt, weil die sich problemlos in den bisherigen Bestand und die Datenerfassung integrieren lassen. „Weil wir Bestandskunde sind, hoffen wir, die Anlagen bis Mitte des Jahres zu bekommen“, nennt Reppel einen Zeitrahmen, den man angepeilt hat.

 
 

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