Als jeder Bauernhof noch sein Geläut hatte

Auch die größeren Geräte waren für Jung & Alt interessant anzuschauen.
Auch die größeren Geräte waren für Jung & Alt interessant anzuschauen.
Foto: WP
Wenn Klaus Homrighausen anfängt alte Geschichten zu erzählen, sammeln sich immer mehr interessierte Zuhörer um den Museumsleiter. Am Sonntag standen seine Anekdoten ganz unter dem Thema „landwirtschaftliche Geräte“, denn das diesjährige Museumsfest in Diedenshausen war rund um dieses Motto ausgerichtet. Alle zwei Jahre findet das Fest im Wechsel mit dem Grenzgang statt und wird von den Diedenshäusern immer wieder gern angenommen.

Diedenshausen.  Wenn Klaus Homrighausen anfängt alte Geschichten zu erzählen, sammeln sich immer mehr interessierte Zuhörer um den Museumsleiter. Am Sonntag standen seine Anekdoten ganz unter dem Thema „landwirtschaftliche Geräte“, denn das diesjährige Museumsfest in Diedenshausen war rund um dieses Motto ausgerichtet. Alle zwei Jahre findet das Fest im Wechsel mit dem Grenzgang statt und wird von den Diedenshäusern immer wieder gern angenommen.

Auf dem Schulhof der alten Schule, im Heimathaus und auf Christs Wiese jenseits des Elsoffbaches konnten ab 11 Uhr alte, landschaftliche Geräte bewundert werden. Die Idee für diese Ausstellung hatte Heiko Womelsdorf, dem es vor allem darum ging, alte Gerätschaften aus den 50er Jahren zu präsentieren. „Ich wollte gerne einmal zeigen, wie mühsam die Menschen damals gearbeitet haben. Heutzutage muss alles schnell gehen und die Menschen haben Hektik, aber früher brauchten die Arbeiter viel mehr Zeit um auf dem Feld zu arbeiten. Vor allem die Kinder und Jugendlichen kennen die alten Arbeitsweisen nicht mehr. Sie sehen, wie schnell heute Rundballen auf dem Feld gepresst werden und wissen nicht, wie anstrengend das noch vor 50 Jahren war.“

Eine Runde auf dem Trecker

Zu bewundern waren auf dem Ausstellungsgelände alte Pflüge, Dreschmaschinen und längst in Vergessenheit geratene landwirtschaftliche Ausrüstung. Mit großer Begeisterung zeigte Heiko Womelsdorf seinen Zuschauern die älteren Gerätschaften hinter den Maschinen, erzählte dazu Geschichten und brachte die vergangenen Zeiten den Gästen so wieder näher. Auch über die alten Traktoren wusste der Diedenshäuser viele Details zu erzählen, konnte von jedem Schlepper das Baujahr nennen und präsentierte sogar an den meisten Fahrzeugen noch das alte Berleburger Nummernschild.

Die kleineren Besucher des Museumsfestes hatten tagsüber großen Spaß daran, mit Heiko Womelsdorf auf einem seiner Traktoren eine Runde durch den Ortskern zu drehen, ganz wie in alten Zeiten.

Auf Christs Wiese führte der landwirtschaftsbegeisterte Diedenshäuser den Besuchern zweimal am Tag vor, wie in den 50er Jahren Heu gemacht wurde, mähte mit zwei der ausgestellten Schlepper und versuchte den Zuschauern die Funktionsweise darzustellen. „Ich habe solch eine Freude daran, den Menschen die alten landwirtschaftlichen Geräte näher zu bringen, dass die Leute schon sagen, ich sei wie von einem Virus befallen“, lacht Womelsdorf.

Auch die Hatzfelder Treckerfreunde ließen sich die interessante Ausstellung nicht entgehen und kamen mit ihren Traktoren durch das Elsofftal angereist. Sie und viele weitere Gäste freuten sich über das einigermaßen schöne Wetter, saßen rund um das Heimathaus zusammen und lachten über alte Geschichten. Für beste Verpflegung hatten die Diedenshäuser wie immer gesorgt und der Posaunenchor gab nachmittags ein Ständchen.

Außergewöhnliche Stücke zu sehen

Im Heimathaus selbst waren kleinere Gerätschaften der Landtechnik ausgestellt, wobei man sich auf die Bereiche der Milchverarbeitung und Geschirre zum Anspannen beschränkt hatte. So waren Melkmaschinen, Milchkannen, Butterschüsseln, Förmchen und Butterfässer anzuschauen, zu denen der Museumsleiter auch immer eine passende Geschichte parat hatte. „Diese Schwanzklammer zum Beispiel wurde beim Melken dazu benutzt, den Schwanz der Kuh an die Seite zu klemmen und die Arbeit so zu erleichtern. Ein Bewohner aus Diedenshausen ist beim Melken auf einem Auge erblindet, weil die Kuh ihm den dreckigen Schwanz ins Auge schlug“, erinnert sich Homrighausen.

Auch verschiedenste Geschirre zum Anspannen und wunderschön verzierte Geläute waren zu bewundern. „Früher hatte jeder Bauernhof sein eigenes Geläut. Die Kühe wurden nicht eingezäunt, sondern tagsüber frei laufen gelassen. Abends suchte die Familie dann ihre Herde nur nach dem Gehör, indem sie die Klänge ihres Geläuts verfolgten“, erzählt der Museumsleiter. Von den unterschiedlichen Klängen der Geläute und den schmückenden Malereien waren die Besucher des Heimathauses besonders beeindruckt.

Diese außergewöhnliche Ausstellung mit Exponaten von Henning Moll aus Hilchenbach ist noch bis September im Heimathaus in Diedenshausen zu sehen.

 
 

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