1000 Schüler in Bad Laasphe aus brennender Schule evakuiert

In der privaten Schule Schloss Wittgenstein hat es gebrannt. 1000 Schüler mussten evakuiert werden.
In der privaten Schule Schloss Wittgenstein hat es gebrannt. 1000 Schüler mussten evakuiert werden.
Foto: WP
Es war nicht der Gong zur Pause, sondern der Feueralarm, der Freitagmorgen um kurz nach 11 Uhr die Schüler auf dem Bad Laaspher Schlossberg aufschreckte. „Wir hatten uns schon gewundert, als es klingelte“, berichtet Peter Opitz. Wie seine Schüler und Kollegen in der privaten Schule Schloss Wittgenstein begriff aber auch der Studienrat schnell den Ernst der Lage.

Bad Laasphe.. Danach lief alles wie am Schnürchen. Über 1000 Realschüler und Gymnasiasten räumten das Gebäude - so wie sie es schon x-mal in Übungen gemacht hatten. Nur diesmal war es keine Übung. „Das hat hervorragend geklappt“, lobte der Leiter des privaten Gymnasiums Schloss Wittgenstein die Schüler und Lehrerkollegen. Marczoch stand der Schrecken noch ins Gesicht geschrieben. Doch er hatte kaum Zeit, darüber nachzudenken. Nach der Evakuierung des Gebäudes musste er Schulbusse organisieren, die die Kinder vom Schlossberg zurück in die Stadt und nach Hause brachten.

Schwierige Löscharbeiten

Kurz nach dem Alarm rückte die Bad Laaspher Freiwillige Feuerwehr an und begann mit der Erkundung und den Löscharbeiten in dem völlig verrauchten Gebäude. Die zogen sich über mehrere Stunden hin.

„Das Feuer muss im Büro eines Erziehers im dritten Stock eines Realschultraktes entstanden sein“, erläuterte Feuerwehr-Einsatzleiter Dirk Höbener. Der Raum stand bereits im Vollbrand als die Feuerwehr eintraf. Anschließend fraßen sich die Flammen durch eine Zwischendecke in einen zum Glück leeren, aber frisch renovierten, Internatsflur. „Wir haben Schwierigkeiten an die Brandnester heranzukommen“, machte Höbener klar. Beim Ausmaß des Brandes hatte der Bad Laaspher Stadtbrandinspektor zusätzliche Kräfte angefordert. Die kamen aus Biedenkopf und Wallau, aber auch aus Bad Berleburg und Siegen. Hinzu kamen noch Polizei, Malteser Hilfsdienst und Rotes Kreuz. Gut 100 Einsatzkräfte mühten sich im Kampf gegen das Feuer.

Bemerkt hatte es offenbar der Hausmeister, berichtet Sven-Boris Kämmerling. „Ich darf nicht hingucken“, sagte er. Seine Familie betreibt die Privatschule samt Internat seit 1954. Zusammen mit seinem Bruder Gordon Kämmerling musste er zusehen, wie sich Flammen und Rauch in dem Zwischentrakt ausbreiteten. „Diesen Trakt haben wir für Ferienkurse vermietet“, sagte Gordon Kämmerling und schüttelte den Kopf. Während sich die Brüder um Feuerwehr und Versicherung kümmerten, war Mutter Gudrun Kämmerling bei den Lehrern und Schülern in der etwas abseits stehenden Turnhalle. Hier warteten sie im Trockenen auf die Busse, um zurück in die Stadt gefahren zu werden. Gudrun Kämmerling war froh, dass alle wohlbehalten aus dem Schulgebäude gekommen sind. „Daran sieht man die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Die vielen Übungen haben sich gelohnt“, sagte die Schulgeschäftsführerin.

Defekte Drehleiter

Den Ernstfall üben die Feuerwehrmänner und Frauen aus Bad Laasphe auch oft genug. Am Freitag aber musste die Wehrführung um Dirk Höbener improvisieren. Die neue Drehleiter streikte bei ihrem ersten Einsatz. „Ich weiß nicht woran es liegt. In der vergangenen Woche war es ein Sensor-Defekt, der am Montag von einem Monteur behoben wurde“, ärgerte sich der Wehrführer. Zum Glück war gegen 12 Uhr die Drehleiter aus Biedenkopf als Ersatz zur Stelle. Später wurde auch noch die Leiter aus Bad Berleburg hinzu gezogen. Dafür rückte die Erndtebrücker Wehr mit ihrem Hub-Rettungsfahrzeug nach Schameder aus, um für etwaige weitere Unglücksfälle bereit zu stehen.

Wie es jetzt in den letzten drei Wochen mit dem Schulbetrieb weiter geht, weiß die Familie Kämmerling noch nicht. Zuerst müsse der Schaden begutachtet werden.

 
 

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