Zwei neue Firmen in der Champions League

Kreis Olpe.  18 Unternehmen aus dem Kreis Olpe listet die IHK Siegen als sogenannte „Hidden Champions“ oder Weltmarktführer auf. Das sind zwei mehr als beim letzten Mal. Neu in der Champions League der Unternehmen sind die Firma HydroPhon aus Welschen Ennest und FM-Plast aus Grevenbrück.

Die FM-Plast GmbH ist seit mehr als 35 Jahren in der Verpackungsbranche tätig und auf die Herstellung von hochwertigen Kunststoffverschlüssen in allen Farben, Formen und Funktionen spezialisiert, HydroPhon ist laut IHK Weltmarktführer für Badabdichtungssysteme und Wannenabdichtbänder.

Von den 153 Weltmarktführern aus Südwestfalen kommen 18 aus dem Kreis Olpe. Bemerkenswert ist die Verteilung in den sieben Kommunen, denn von der Dominanz Attendorns, die sich vor allem in der Gewerbesteuer niederschlägt, ist bei der Verteilung der Weltmarktführer nichts übrig geblieben.

Vier Champions haben ihren Sitz in der Hansestadt, vier in Lennestadt, drei in Wenden, je zwei in Olpe, Kirchhundem und Drolshagen und einer in Finnentrop.

Giganten und Neugründungen

Aber Champion ist natürlich nicht gleich Champion. In der Kategorie Weltmarktführer werden zum Beispiel gleichberechtigt „Giganten“ wie die Unternehmen Kirchhoff und Muhr geführt, die weltweit mehr als 10 000 Mitarbeiter beschäftigen, neben einer Firma wie Rolf Schütt aus Oberveischede. Die R. Schütt GmbH wurde 1989 gegründet. Zu den Produkten heißt es: „Die Simplex-Produkte der R. Schütt GmbH sind qualitativ hochwertige Probenahmesysteme für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Sie liefern biologische und/oder chemischtechnische Proben aus Rohrleitungen oder Tankanlagen.“

Voraussetzung für die Champions League ist laut IHK ein international relevantes Produkt oder eine entsprechende Dienstleistung.

Europaweiter Absatz

Relevant sind nur solche Produkte oder Dienstleistungen, die mindestens europaweit abgesetzt werden. Eine Ausnahme bilden neue Technologien, die auf Grund ihrer Aktualität noch keine internationale Verbreitung erfahren haben, ein derartiger Markt jedoch absehbar ist: „Ein Produkt oder eine Dienstleistung kann hingegen irrelevant sein, wenn die Beschreibung des Marktes zu eng oder unsinnig ist. Einen Weltmarkt für „Sauerländer Bier“ etwa gibt es nicht“, sagt Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der IHK.

Eine Marktführerschaft könne neben der Quantität auch in einer qualitativen Rolle zu finden sein, so Gräbener weiter: „Es kann durchaus Unternehmen geben, die einen Markt technologisch oder qualitativ dominieren und somit entscheidend prägen, ohne die höchsten Umsätze zu verzeichnen. Auch hier kann man von Marktführerschaft bzw. Qualitäts- oder Technologieführerschaft sprechen, die aufgrund weicherer Kriterien jedoch schwerer zu belegen ist.“

„Hidden Champions eignen sich viel besser als Jahrhundertstars wie Microsoft oder Google als Vorbilder und Lehrbeispiele, denn sie sind im Kern ,normale’ Firmen, die es aber durch bestimmte Strategien geschafft haben, in ihren Märkten die Spitzenposition zu erreichen. Diese Strategien beinhalten nachahmenswerte Lehren für kleine wie für große Unternehmen“, sagt der Bonner Wirtschaftswissenschaftler Prof. Hermann Simon, der als Erster den Begriff der „Hidden Champions“ geprägt hat.

Nischenstrategien

Erfolgreich sind vor allem die Unternehmen, die es zu Weltmarktführerschaft gebracht haben, weil sie nach Einschätzung der IHK „ausgeprägte Nischenstrategien“ verfolgen. Ganz vorne liegen dabei die vielen Familienunternehmen: „Dabei“, so Gräbener, „kommen ihnen die kurzen Entscheidungswege entgegen.“

 
 

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