Zurück zur Natur im Waldkindergarten

Josef Schmidt
Im Waldkindergarten finden die Aktivitäten bei jedem Wetter statt
Im Waldkindergarten finden die Aktivitäten bei jedem Wetter statt
Foto: Christiane Luke

Olpe.  Im Olper Schul- und Sozialausschuss waren am Mittwoch Abend überwiegend positive Stimmen zur Idee zu hören, in der Stadt einen Waldkindergarten einzurichten. Nachdem Mitinitiator Johannes Ellmann das Projekt und den seit 2012 bestehenden Verein „Wald- und Wiesenkindergarten“ vorgestellt hatte, überschlug sich die Mehrheit der Politiker in positiver Resonanz: „Ich bin sicher, dass es eine ganze Reihe von Eltern geben wird, die sich dafür interessieren“, meinte Lothar Epe von der CDU. Werner Pulte (UCW) fand die Idee gut und fragte schon nach den vermutlichen Kosten, Öffnungszeiten und Elternbeiträgen, während Andreas Stenzel (FDP) eine „sehr gute Sache“ sah, die man vorantreiben sollte.

Bedarf ermitteln

Markus Bröcher (CDU) mahnte den Verein allerdings, beim Kreis eine Betriebs-Erlaubnis zu beantragen, und sein Fraktionskollege Klaus Klapheck fügte hinzu, die Stadt könne dem Kreis da nichts vorschreiben.

Deutlich wurde in der Diskussion dann auch, dass der Kreis eigentlich genügend Kindergartenplätze habe und das eine Hürde sein könne. Lothar Epe machte den Vorschlag, so etwas als eine Art Projekt anzustoßen. Es werde sich zunächst nur um eine Gruppe von vermutlich gerade mal 20 Kindern handeln. Sein Appell: „Das müsste doch möglich sein.“

Beschlossen wurde der Vorschlag der SPD, von Fraktionssprecher Volker Reichel formuliert: „Der Schulausschuss Olpe spricht sich für eine Bedarfs-Feststellung eines Waldkindergartens in der Stadt Olpe durch den Kreis Olpe aus.“

Ausgangspunkt der Diskussion war ein Antrag der Grünen-Fraktion gewesen, an die sich der Verein auch gewandt hatte. Die Grünen hatten um die Aufnahme des Themas in die Tagesordnung gebeten und auch die Bedarfsfeststellung in Form einer Resolution an den Kreis vorgeschlagen.

Was man unter einem Waldkindergarten verstehen darf, war vor der Beratung und Abstimmung durch die Präsentation Ellmanns und einer Vertreterin des bereits bestehenden Siegener Waldkindergartens deutlich. Wie der Name es ausdrückt, handelt es sich um einen Kindergarten mitten im Grünen ohne Dach und Wände, wenngleich die Siegener zumindest einen etwa 10 m langen Bauwagen als feste Station vorhalten. Aber: Erzieherinnen und Kinder sind fast ausschließlich in freier Natur, und Aktivitäten finden bei fast jedem Wetter statt. Im Klartext: Zurück zur Natur.

Vorteile der Waldkindergärten, so die Fach-Literatur: Der tägliche Aufenthalt in der freien Natur unterstützt eine positive Entwicklung der kindlichen Motorik und Wahrnehmung in den Bereichen Grob- und Feinmotorik, Koordination, taktiler Wahrnehmung und Tiefen-Sensibilität.

Kinder, die einen Waldkindergarten besucht hätten, so die Befürworter, seien auf „schulische Anforderungen nicht weniger gut vorbereitet als Kinder, welche einen Regelkindergarten besucht hätten.“