Zur Kommunalwahl ein Generationenwechsel

Josef Schmidt

Drolshagen.  Mit einer zumindest teilweise runderneuerten Mannschaft geht die CDU Drolshagen in die Kommunalwahl 2014: Das ist das Fazit nach der Mitgliederversammlung der Christdemokraten im St. Clemens-Haus.

Im künftigen Stadtrat werden für die CDU fünf neue Gesichter sitzen, sofern das Ergebnis ähnlich ausfallen wird wie 2009. Mit knapp unter 50 Prozent erhielt die CDU damals 13 Sitze - plus Bürgermeister Theo Hilchenbach und somit eine hauchdünne absolute Mehrheit mit einer Stimme im Stadtrat.

Keine Dankbarkeit

Aber nicht nur mehr als ein Drittel Neue wurden nominiert, auch einen neuen Fraktionsvorsitzenden wird die CDU 2014 präsentieren: Hans-Dieter Lienenkämper, der das Fraktions-Schiff seit 2004 lenkt, wird dem neuen Stadtrat voraussichtlich nicht mehr angehören. Er landete nur auf Rang 16 der Reserveliste. Wobei deutlich wurde, dass dem Blecher in der 57-köpfigen Versammlung im St. Clemens-Haus jegliche Hausmacht fehlte. Und von Dankbarkeit für Lienenkämpers jahrelange Fraktionsarbeit war die Stimmung weit entfernt. Zunächst unterlag Lienenkämper in einer Kampfabstimmung für Platz 14 gegen Thorsten Ebach (Halbhusten), dann zeichnete sich auch eine Niederlage um Platz 15 gegen Maria Feldmann ab, wonach sich der 71-Jährige freiwillig auf Platz 16 zurückzog.

Lienenkämper war gestern seine Enttäuschung zwar noch anzumerken, als Demokrat, so der Fraktions-Chef im Gespräch mit unserer Zeitung, trage er so etwas jedoch mit Fassung: „Es tut schon weh, aber ich werde es überleben.“

Zu spüren war im St. Clemens-Haus, dass die CDU die nächste Kommunalwahl nutzen will, einen Generationswechsel einzuleiten: Frisches, junges Blut ist gewollt, und die Neuen auf der Wahlkreis-Liste spiegeln das zum größten Teil auch wider. Die 33-jährige Lehrerin Anke Ackerschott tritt im Wahlkreis Drolshagen-Mitte an, der 36-jährge Christian Hesse in Frenkhausen-Dumicke und der erst 22-jährige Betriebswirt Sebastian Heuel in Schreibershof. Gerd Rische kandidiert für Drolshagen-West, wäre ebenfalls ein neues Gesicht im Rat, ebenso wie CDU-Stadtverbandsvorsitzender Ulrich Berghof, der für den Wahlkreis Iseringhausen ins Rennen geht. Somit für Sandra Ohm, die sich nach fünfjähriger Ratsarbeit nicht mehr zur Verfügung stellt.

Vorsitzender Ulrich Berghof machte am Rande der Versammlung kein Geheimnis aus seiner Hoffnung, dass man dem Bürger mit der Kandidatenliste ein deutlich verjüngtes personelles Angebot machen wolle. Wesentliche Wahlkampf-Strategie: „Den Schwung und das hervorragende Ergebnis der Bundestagswahl mitnehmen zu den Kommunalwahlen.“

Positive Stimmung

Ähnlich formulierte es auch der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Theo Kruse: „Wir sollten die positive Grundstimmung mitnehmen zu den Kommunal- und Europawahlen. In Nordrhein-Westfalen geht es den Menschen immer dort besser, wo Christdemokraten die Verantwortung tragen - wie in Südwestfalen. Hier stellen wir alle Landräte und die große Mehrheit der Bürgermeister.“ Sein Tipp aus landespolitischer Sicht für den Kommunalwahlkampf: „Die desolate Finanzsituation auf Landesebene zum Thema machen.“

Neben der Nominierung der Stadtrats-Kandidaten galt es am Montag Abend auch, über die Vorschläge für den künftigen Kreistag zu entscheiden. Auch hier hat die CDU Drolshagen junges Blut zu bieten: Einstimmig (bei einer Enthaltung) wählten die 57 Stimmberechtigten den 32-jährigen Ingenieur Benedikt Ackerschott für den Wahlkreis Drolshagen A. Ackerschott, Ehemann der für den Drolshagener Stadtrat kandidierenden Anke Ackerschott, hatte keinen Gegenkandidaten.

Mehr Sitze im Kreistag

Für den Wahlkreis B wird Michael Köhler antreten, der sich mit 40 zu 16 Stimmen gegen Mariela Heller durchsetzte. Mariela Heller wurde dann einstimmig auf Platz 1 der Reserveliste gewählt.

Dass der Einfluss Drolshagens im Kreistag größer werden müsse, mahnte in diesem Zusammenhang Friedhelm Zeppenfeld mit Blick zum Kreisvorsitzenden Kruse an: „Wir liefern hier immer sehr starke Ergebnisse ab und sind im Kreistag mit nur zwei Kandidaten vertreten. Das ist zu wenig, es sollten drei Sitze sein.“

Theo Kruse riet, sich in großer Zahl zur Kreismitgliederversammlung zu begeben. Es gebe immer wieder Kampfabstimmungen über den Listenvorschlag. Das sei Demokratie.