Witzige Gesellschaftskomödie war Unterhaltung pur

Spitzige, hitzige Dialoge und ein bestens aufgelegtes Ensemble bereiteten den Zuschauern im PZ mit der Gesellschaftskomödie „Der Vorname“ großes Vergnügen.
Spitzige, hitzige Dialoge und ein bestens aufgelegtes Ensemble bereiteten den Zuschauern im PZ mit der Gesellschaftskomödie „Der Vorname“ großes Vergnügen.
Foto: WP

Meggen..  Eigentlich wollte Vincent im Freundes- und Familienkreis nur einen zweideutigen – wenn auch ziemlich geschmacklosen – Scherz machen. Nichts Böses ahnend hatte er damit eine nicht mehr zu stoppende Lawine an bisher Unausgesprochenem losgetreten, deren Folgen von den begeisterten Zuschauern im PZ nur erahnt werden kann. „Der Vorname“ nannte sich diese intelligent, witzige, spannende Gesellschaftskomödie.

Verbale Duelle

Und mit ihr waren Martin Lindow als Vincent, der spielerische Sunnyboy, und Christian Kaiser als besserwisserischer, streitsüchtiger Philologe Pierre voll in ihrem Element. Regelrechte Hahnenkämpfe führten sie in ihren verbalen Duellen aus, und es war einfach spaßig, wie Pierre immer wieder nachhackte. Denn wie konnte Vincent es wagen, seinen noch ungeborenen Sohn „Adolf“ nennen zu wollen?

„Adolphe“ berichtigte Vincent mit einem Grinsen in den Mundwinkeln, denn noch war es ein Spiel für ihn; bis sich die Stimmung immer weiter aufheizte, so auch zwischen ihm und seiner Partnerin Anna (Julia Hansen). Wie aus heiterem Himmel mischte sich schließlich auch noch Claude (Benjamin Kernen) ein und ließ das Spiel wie einen Feuerwerkskörper zerplatzen: Er habe ein Verhältnis mit Francoise, der Mutter von Vincent und Elisabeth (Anne Weinknecht).

Kein Stein blieb mehr auf dem anderen; selbst Elisabeth, zu Beginn artig um Harmonie bemüht, pfefferte später ihrem Angetrauten Pierre alle bislang still erlittenen Verletzungen ins Gesicht und nahm auch beim Telefonat mit ihrer Mutter kein Blatt mehr vor den Mund.

Es war ein Genuss, mit welchem Elan sich die Künstler in ihrem facettenreichen Spiel verbissen, allen voran Martin Lindow und Christian Kaiser. Und es machte richtig Laune, den geistreichen und spritzigen, sich oftmals windenden Dialogen zu folgen; die gruppendynamischen Entwicklungen zu beobachten, sicherlich nur auf den ersten Blick hin zu belächeln.

Zuschauer im Spiegel

Denn auch hier, wie so oft im Theater, wurde den Zuschauern der Spiegel vorgehalten: Wer kennt sie nicht, die harmlosen Neckereien, die in einen ausgewachsenen Streit hineinführen, die Leichen, die im Seelenkeller schlummern?

Oder das Vertrauen, das mit einem Mal den Boden unter den Füßen verliert?

Last but not least zu erwähnen wären die aparte Idee eines Prologs mit Vorstellung der Handelnden und des Epilogs, der erwartete Junge sei ein Mädchen geworden; es solle Francoise heißen.jul

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