Windenergie soll Flaute umschiffen

Der Städte- und Gemeindebund freute sich über den Tagungsort Olpe. Vor der Stadthalle begrüßte Olpes Beigeordneter Peter Wurm (2. v. re.) u. a. Regierungspräsident Gerd Bollermann (li.) und Meinerzhagens Bürgermeister Erhard Pierlings (2. v. li.).
Der Städte- und Gemeindebund freute sich über den Tagungsort Olpe. Vor der Stadthalle begrüßte Olpes Beigeordneter Peter Wurm (2. v. re.) u. a. Regierungspräsident Gerd Bollermann (li.) und Meinerzhagens Bürgermeister Erhard Pierlings (2. v. li.).
Foto: WP

Olpe/Arnsberg. Positive Signale für die Nutzung der Windkraft waren in der Olper Stadthalle zu hören: Dort tagte der Städte- und Gemeindebund (StGB) - genauer gesagt dessen Unterabteilung für den Regierungsbezirk Arnsberg.

Knapp 200 Vertreter der Kommunen waren zur Tagung dieser Arbeitsgemeinschaft des StGB nach Olpe gekommen, und Vorsitzender Erhard Pierlings, Bürgermeister von Meinerzhagen, konnte auch Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann begrüßen. Die zwei wesentlichen Themen des Tages: Windkraft und Breitbandverkabelung.

In einer Pressekonferenz standen die Politiker Rede und Antwort: RP Bollermann verwies beispielsweise darauf, dass in Sachen ,Erneuerbare’ einiges in Bewegung sei: „Wir bauen am Regionalplan. Unsere Planer sind vor Ort, analysieren die Potenziale und reden mit Netzbetreibern.“ Denn nur mit leistungsfähigen Strom-Netzen könne der beispielsweise durch Wind erzeugte Strom auch transportiert, also genutzt werden.

Rudolf Graaf, der während der Tagung zum Thema ,planerische Steuerung von Windkraftanlagen’ referierte, versicherte: „Die Windenergie ist die effektivste der Erneuerbaren.“ Auf die Schwierigkeit mancher Kommunen und Windbauern angesprochen, der Landesentwicklungsplan (LEP) behindere die Ausnutzung der besten Standorte, meinte Graaf: „Das Land ist dabei, einen neuen Landesentwicklungsplan vorzubereiten.“ Es sei aber nicht abzusehen, wann es zu einem Kabinettsbeschluss komme.

Hintergrund: Der neue Windenergieerlass der Landesregierung lässt zwar den Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten wieder zu, im geltenden LEP gibt es aber den Passus, dass Kommunen den Wald nicht in Anspruch nehmen dürfen, wenn sie über potenzielle Standorte außerhalb des Waldes verfügen, auch wenn diese minderwertiger sind, also dort weniger Wind bläst.

Die Aussage Graafs dazu: „Es steht zu erwarten, dass es wesentliche Änderungen im LEP geben wird.“ Und Gerd Bollermann: „Hinter den Windenergie-Erlass der Landesregierung wird sich niemand zurück entwickeln.“

Bürgermeister Erhard Pierlings wies darauf hin, dass sich Investoren für Windkraftanlagen derzeit die Klinke bei den Städten und Gemeinden in die Hand drückten: „Wir bremsen noch, weil wir erst Planungsklarheit haben wollen. Das sollte aber nicht zu lange dauern.“

In Sachen Breitbandverkabelung konnte Bollermann nur vage Hoffnungen machen - mit Blick auf eine neue Förderperiode der EU. Die Bezirksregierung stehe jedenfalls allen Kommunen beratend zur Seite. Lobenswert seien regionale Wege, wie sie die Kreise Olpe und Hochsauerland mit ihrer Telekommunikations-Gesellschaft Südwestfalen beschritten hätten.

Mit Finanzhilfen aus Düsseldorf rechnen die Städte und Gemeinden erst einmal nicht: Die Förderkasse des Landes für die Breitbandverkabelung, so die Informationslage in der Olper Stadthalle, sei derzeit leer.

 
 

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