„Wind-Wahn“ hautnah erlebt

Rehringhausen..  Die Bürgerinitiative Rehringhauser Berge erlebte im Rahmen einer Fahrt in den Soonwald im Hunsrück nach eigenem Bekunden „Wind-Wahn live“, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Mit zwei Bussen fuhren Bürger und Politiker der Piraten und der FDP in Olpe los - Politiker von CDU, SPD, UCW und Grünen nahmen nicht teil. Schon auf der A 61 hinter Koblenz sah man das Ausmaß des „unkontrollierten Windkraftausbaus“. Die verspargelte Landschaft zerstört nach Meinung der BI das Naherholungsgebiet Hunsrück, „die blinkenden und bis zu 200 Meter hohen Anlagen vermitteln bei Dunkelheit ein Feeling von Las Vegas“.

Schockierend sei, dass diese „rücksichtslose und von Investoren getriebene“ Vorgehensweise innerhalb von drei Jahren ohne die intensive Beteiligung der Bevölkerung und in einem erbitterten Konkurrenzkampf der Gemeinden im Hunsrück stattgefunden habe.

FDP-Politiker Martin Moseler, der an der Fahrt teilnahm, erklärte:„Aus regelmäßigen Besuchen auf dem Hunsrück war mir der verheerende optische Einfluss dieser unglaublichen Zahl an Windkraftanlagen auf die Mittelgebirgslandschaft schon bekannt. Neu für mich, und dafür bin ich der BI Rehringhauser Berge für die Organisation der Reise dankbar, war der konkrete Einfluss auf Natur und Menschen. Wenn man diese enormen Schneisen und weiträumigen Rodungen im Wald sieht, fragt man sich ernsthaft, was das mit Umwelt- und Naturschutz zu tun hat. Und wenn man dann noch die Tränen in den Augen der Besitzerin der Gastwirtschaft sieht, der die Gäste wegbleiben und die das Anwesen, ihre Alterssicherung, nicht mehr verkauft bekommt, weiß man, dass hier gewaltig etwas schief läuft. Ich finde, keine Ratsfrau und kein Ratsherr kann ernsthaft über WKAs in seiner Gemeinde entscheiden, ohne den Hunsrück erlebt zu haben.“

Weitere Fahrten geplant

Die BI Rehringhauser Berge stellt sich ebenso die Frage, wie man als Kommunalpolitiker für den Ausbau von Windenergie sein kann, ohne sich im Vorfeld über die möglichen Konsequenzen und den langfristigen Schäden an der Natur im Klaren zu sein. Jeder, der sich „sachlich und emotionslos“ mit dem Thema auseinandersetze, wisse, dass jedes Windrad in Deutschland durch die EEG-Umlage den Verbraucher pro Jahr mit circa 200 000 Euro belaste und Kraftwerke dennoch nicht abgestellt werden könnten. Der Ausbau der Windenergie werde „einzig und alleine von einer unglaublich starken Finanzlobby nach vorne getrieben“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die BI plant weitere Ausflüge in den Hunsrück. Bürger, Verwaltungsmitarbeiter und Politiker sind zur Teilnahme eingeladen. Kontakt: info@rehringhauser-berge.de

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