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Wenn der Schlaf nicht mehr munter macht

Wenn der Schlaf nicht mehr munter macht

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Foto: WR

Lennestadt/Kreis Olpe. 

Nacht für Nacht werden in Deutschlands Schlafzimmern ganze Wälder abgeholzt, zumindest lässt die Geräuschkulisse dies vermuten. Jeder dritte schnarcht, was nicht weiter schlimm sein muss. Aber es kann die eigene Gesundheit und sogar das eigene Leben bedrohen, wenn der Betroffene unter „Schlafapnoe“ leidet, wie Wolfgang Meiworm aus Altenhundem. Der 49-Jährige sucht nun „Gleichgesinnte“ zur Bildung einer Selbsthilfegruppe im Kreis Olpe.

Dass Wolfgang Meiworm in der Nacht schnarchte, störte ihn wenig. Aber dass er am Morgen wie gerädert aufwachte und den ganzen Tag müde und antriebslos war und sich nicht richtig konzentrieren konnte, machte ihn misstrauisch. Im Februar diagnostizierten die Fachärzte im Schlaflabor im Kloster Grafschaft „Schlafapnoe“.

Schlafapnoe ist eine Erschlaffung der Atemmuskulatur, zusätzlich verschließt die Zunge den Rachenraum. Die Folge sind Atemaussetzer, die wiederum eine Weckreaktion des Körpers auslösen, um ein Ersticken zu verhindern. Diese Atemaussetzer können bis zu 600-mal pro Nacht auftreten und bis zu 3 Minuten dauern. Der Betroffene bekommt von diesen „Schlafkrisen“ nichts mit. Wer aber nachts Hunderte von solchen Krisen bewältigen muss und seine erholsamen Tiefschlafphasen weitgehend ausfallen, der kann am anderen Morgen nicht ausgeschlafen sein.

Seit der Diagnose schläft Wolfgang Meiworm mit einer „Schlafmaske“. Verbunden über einen Kompressor wird ein ständiger Überdruck erzeugt, der den Verschluss des Rachenraums verhindert. Dies ist die Standard-Therapie für Apnoe-Patienten. Neben dieser Krankheit hat der Altenhundemer zusätzlich mit einem weiteren Handicap zu kämpfen. Wolfgang Meiworm leidet unter COPD, einer dauerhaften Verengung der Bronchien, die zur Atemnot führt. Auch COPD ist eine Art „Volkskrankheit“, an der nahezu 15-Prozent aller Deutschen über 40 Jahren leiden.

Beide Krankheiten sind wissenschaftlich erforscht, für die Betroffenen stellen sie nach der Diagnose dennoch viele Fragen, zum Beispiel wie man mit der Krankheit mental umgeht, welche Möglichkeiten es gibt, die Lebensqualität zu erhalten, welche alternativen Therapieansätze existieren und, und, und.

Vor diesem Hintergrund möchte sich Wolfgang Meiworm gern mit Gleichbetroffenen regelmäßig austauschen, seine Erfahrungen weitergeben und in Form einer Selbsthilfegruppe ein Forum für alle Fragen rund um Schlafapnoe und COPD aufbauen. Die nächsten Schlafapnoe-Selbsthilfegruppen in der Region sind in Siegen und Meinerzhagen, der Kreis Olpe ist hier noch ein weißer Fleck.

Unterstützung bekommt Meiworm vom Pflegestützpunkt Lennestadt im Haus der Knappschaft und dem DRK-Mehrgenerationenhaus in Altenhundem. Dort soll sich die Gruppe nach den Sommerferien jeden 2. und 4. Mittwoch im DRK-Mehrgenerationenhaus in Altenhundem treffen. Neben dem Erfahrungsaustausch sollen auch Vorträge von Fachärzten und Atemtherapeuten organisiert werden.

Die Auftaktveranstaltung findet dort am Mittwoch, 22. August, um 16.30 Uhr statt. Hierzu sind alle Interessierten und Betroffenen, die am Aufbau einer solchen Selbsthilfegruppe COPD/Schlafapnoe interessiert sind oder sich unverbindlich informieren wollen, herzlich willkommen.