Viele Plätze, aber immer weniger Spieler

Neues Granulat benötigen gleich eine Handvoll Kunstrasenplätze in der Stadt Olpe: In Altenkleusheim, Dahl, Lütringhausen, OBerveischede und Rüblinghausen.
Neues Granulat benötigen gleich eine Handvoll Kunstrasenplätze in der Stadt Olpe: In Altenkleusheim, Dahl, Lütringhausen, OBerveischede und Rüblinghausen.
Foto: WP
Nachdem im vergangenen Jahr der Kunstrasen auf dem Olper Kreuzberg komplett erneuert werden musste, steht für die nächste Sportausschuss-Sitzung die nächste Sportplatz-Investition an - dieses Mal geht es allerdings „nur“ um rund 55 000 Euro.

Kreis Olpe..  Nachdem im vergangenen Jahr der Kunstrasen auf dem Olper Kreuzberg komplett erneuert werden musste, steht für die nächste Sportausschuss-Sitzung die nächste Sportplatz-Investition an - dieses Mal geht es allerdings „nur“ um rund 55 000 Euro. Die werden für rund 31 Tonnen Granulat fällig, das auf fünf Plätzen im Stadtgebiet aufgebracht werden soll.

Während die Plätze in Lütringhausen (2006), Oberveischede und Rüblinghausen (beide 2004) acht bzw. zehn Jahre auf dem Buckel haben, wurden die Kunstrasen-Spielfelder in Dahl und Altenkleusheim erst kurz vor der Kommunalwahl 2009 von der damaligen Mehrheit des Stadtrates durchgewunken. Eingeweiht wurden die Plätze dann 2011, sie sind somit erst etwa vier Jahre alt.

„Uns hat das zunächst auch ein wenig erstaunt“, räumte Tobias Schulte (Stadt Olpe) ein, das Thema sei aber mit dem Verein und der zuständigen Firma erörtert worden. Verwendet werde auf allen Plätzen grünes EPDM-Granulat.

Recycling-Gummi „hält ewig“

Gebaut wurden die Plätze von der Firma Kraft (Fuldatal). Geschäftsführer Klaus Kraft versicherte auf Anfrage, das von der Stadt gewünschte EPDM-Material sei mit etwa 1,45 Euro/kg nicht nur etwa sieben Mal teurer als schwarzes Recycling-Material, sondern deutlich weniger haltbar: „Das schwarze SBR-Gummi hält ewig, das EPDM zerreibt sich schneller und muss dann immer wieder aufgefüllt werden.“ Beim schwarzen Granulat (rd. 22 Cent/kg) handle es sich um Recycling-Material von Lkw-Reifen, das einen wesentlich höheren Kautschukanteil (rund 75 Prozent) habe, als das mit vielen anderen Zusätzen verschnittene EPDM. Es sei allerdings nicht grün und durch anderes, fehlerhaftes schwarzes Recycling-Material zu Unrecht in Verruf geraten. Er rate den Vereinen auf jeden Fall zum schwarzen Granulat, das im übrigen auch keine stärkere Geruchsbelästigung als das grüne Material habe.

Die Stadt informiert in ihrer Beschlussvorlage u. a.: „Dauerhaft kann auf Nachgranulierungen ... nicht verzichtet werden, da das Granulat neben dem Faserschutz der Kunstrasenfaser (wie auch der Sand) auch für die Sporteigenschaften des Platzes (insbesondere Kraftabbau) von erheblicher Bedeutung ist.“

Messungen auf den Plätzen hätten folgenden Granulatbedarf ergeben: Jeweils sieben Tonnen benötigen Dahl und Altenkleusheim, fünf Tonnen Lütringhausen und jeweils sechs Tonnen Oberveischede und Rüblinghausen.

Sechs Plätze in Kirchhundem

Die Kunstrasenthematik hält aber auch andere Städte und Gemeinden auf Trab: Die Kassen der Kommunen sind leer, es brechen für die Sportvereine problematische Zeiten an. In der 12 000-Einwohner-Gemeinde Kirchhundem gibt es sechs Kunstrasenplätze und sechs Sporthallen. Auf die Millionenstadt Köln hochgerechnet müsste die Rhein-Metropole also über je 500 Sportstätten verfügen. Umgekehrt gibt es in der A-Jugend eine Spielgemeinschaft aus Oberhundem, Albaum, Heinsberg und Brachthausen. An allen vier Standorten existiert ein Kunstrasenplatz.

Finanzielle Eigenbeteiligung

In Lennestadt hat die Politik angesichts von zehn Kunst- und einem Naturrasenplatz eindeutige Signale ausgesandt: Ohne Moos nix los. Die Plätze in Grevenbrück und Altenhundem wurden bzw. werden repariert, weil dort auch intensiv Schulsport betrieben wird. Ansonsten hat die Stadt den Stadtsportverband eingeschaltet. Dessen Vorsitzender Franz-Josef Rotter macht keinen Hehl aus seiner Meinung: „Angesichts der finanziellen Lage der Stadt sind nicht mehr alle Wünsche erfüllbar.“ Ein neuer Arbeitskreis mit den Vereinen hat bereits einmal getagt. Es soll geklärt werden, wohin die Reise geht. In Richtung Spielgemeinschaften, in Richtung finanzieller Eigenbeteiligung der Vereine.

Rotter würde auch gerne Spielgemeinschaften im Veischedetal, Elspe bzw.- Lennetal sehen: „Es wird aber nichts über die Köpfe der Vereinsvorstände entschieden. Sie werden stattdessen mit ins Boot genommen.“

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