Viadukt bei Eichenermühle ist Geschichte

Die Baggerzähne sind gewetzt: Kurze Zeit nach dieser Aufnahme war der Viadukt Geschichte.
Die Baggerzähne sind gewetzt: Kurze Zeit nach dieser Aufnahme war der Viadukt Geschichte.
Foto: Wimmershof, Haymo
Vor allem Heimat- und Bahnhistoriker werden es bedauern.

Eichenermühle..  Das war es also: Die Bagger der Firma Feldhaus aus Schmallenberg haben ganze Arbeit geleistet: Anfang der Woche krallten sich die Baggerzähne in den altehrwürdigen Viadukt (Überweg) der ehemaligen Bahnstrecke, die von Olpe Richtung Bergneustadt und weiter nach Siegburg führte. Schon wenig später war das stattliche, mit Bruchsteinen verkleidete Bauwerk Geschichte.

Teil des Radwegebaus

Der Abbruch ist Teil eines größeren Radwege-Projektes, für das die Stadt Drolshagen im Auftrag des Landesbetriebs Straßenbau die Arbeiten ausführen lässt. Der städtische Drolshagener Tiefbau-Ingenieur, Matthias Quast, leitet das Projekt. Im Gespräch mit unserer Zeitung informierte er darüber, welche Maßnahmen dazu gehören: „Das Ganze ist in drei Bauabschnitte eingeteilt. Der erste Abschnitt ist der gerade erfolgte Abriss des Viaduktes, dazu gehört auch die neue Radwegebrücke“ Die werde ebenfalls von der Firma Feldhaus als Stahlkonstruktion gefertigt und in einem Stück angeliefert, um auf den vorbereiteten Widerlagern Halt zu finden.

Im zweiten Bauabschnitt gelte es, den Durchlass für die Brachtpe zu erneuern, und im dritten Abschnitt werde der Radweg über den Damm der alten Eisenbahnstrecke Olpe - Dieringhausen gebaut.

Bei dem Gesamtprojekt spreche man von dem „Bundesstraßen begleitenden Radweg B 54“ von Olpe nach Drolshagen. Der Weg führe momentan an Eichenermühle vorbei und kreuze die L 351. Ein Gefahrenpunkt, der dann entfalle.

Nadelöhr sollte weg

Für den Viadukt-Abriss und die neue Radwegebrücke sei mit Kosten von rund 600 000 Euro zu rechnen, die Erneuerung des Brachtpe-Durchlasses koste etwa 400 000 Euro, der Radweg auf dem Bahndamm rund 80 000 Euro.

Zeitlich, so Quast weiter, könne man das Bauprojekt aber nicht unter Volldampf weiterführen, weil Fledermäuse im Spiel seien: „In dem etwa 40 m langen Brachtpe-Durchlass leben momentan noch Fledermäuse, deshalb dürfen wir dort erst im November mit den Arbeiten beginnen.“ Als Zielpunkt nennt Quast „April 2017“.

Auf die Frage, warum der Landesbetrieb das alte Bauwerk nicht verschont habe, sagte Quast: „Der Viadukt hätte ohnehin saniert werden müssen.“ Die ungünstig niedrige Breite von 3,50 Metern und niedrige Höhe von etwa 3,80 Metern wäre dann aber geblieben.

Nicht teurer als Sanierung

Quast: „Da kamen bisher nicht alle Lkw durch, so dass sie einen Umweg nehmen mussten.“ Und deshalb sei die Entscheidung für den Abriss und den Neubau gefallen, damit das Nadelöhr beseitigt sei. Und spürbar teurer als die Sanierung, so versicherte der Ingenieur, werde das auch nicht.

 
 

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