Verein Alter Bahnhof von Verantwortlichen der Stadt zermürbt

Alter Bahnhof..  Dem regionalen Teil dieser Zeitung war zu entnehmen, dass sich die Vertreter des Vereins Alter Bahnhof und die Stadt Attendorn wegen zu hoher Kostenrisiken darauf geeinigt hätten, das geplante Projekt Alter Bahnhof als Bürgerhaus platzen zu lassen.


Attendorn, die wirtschaftsstärkste und reichste Kommune in Südwestfalen, sei dieses Risiko nicht zuzumuten.


Was hat Attendorn zu bieten? Kein Kino, kein Theater, keine Kultur- und Begegnungsstätte, keine Discothek, kein Bürgerhaus, kein Freibad, dafür ein Jugendzentrum in einer ehemaligen Kaserne weit weg aus der Innenstadt, zunehmende Leerstände in den Geschäften. Die in der Vergangenheit so oft bemühten „weichen Standortfaktoren“, die ja bei der Gewinnung von Fach- und Arbeitskräften zunehmende Bedeutung haben, scheinen nun keine Rolle mehr zu spielen.


Dass der ehemalige BM Herr Hilleke das Projekt Alter Bahnhof jahrelang torpediert und die Hürden für den Verein immer höher gesetzt hat, darauf wird nicht eingegangen. Auf die Möglichkeit, mit einer damals in Rede stehenden Förderung von rund einer Million Euro diesen städtischen Bereich aufzuwerten und das zu schaffen, was Attendorn fehlt, wird ebenfalls nicht eingegangen. Die Verantwortlichen und Mitglieder des Vereins Alter Bahnhof sind von den Verantwortlichen der Stadt zermürbt worden. Statt dieses hohe Engagement zu loben, zu unterstützen und zu nutzen, wird nun alles aufs Spiel gesetzt. Sogar der Hinweis des Bürgermeisters, man wolle, dass der Verein sich auch weiterhin engagiert, dürfte den seit vielen Jahren Engagierten wie eine schallende Ohrfeige klingen.


Was eine Blamage für Attendorn! Liebe Ratsvertreter der Stadt und lieber Herr Bürgermeister Pospischil: Eine Stadt sollte das Wohl ALLER im Blick haben. Am Beispiel der fatalen Fehlentscheidung der damaligen Ratsvertreter, das Krankenhaus einem privaten Betreiber zu überlassen, soll jetzt auch nach Investoren für den Bereich Bahnhof gefahndet werden?


Die Stadt zieht sich aus der Daseinsfürsorge ihrer Bürger zurück und vergräbt stattdessen Millionen in das Gewerbegebiet Fernholte und wundert sich später, wenn es an Fach- und Arbeitskräften mangelt, weil Attendorn nicht viel zu bieten hat.


Helmut Hesse,
Attendorn

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