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Ultrafiltrationsgerät erspart Herzpatienten Medikamente

Ultrafiltrationsgerät erspart Herzpatienten Medikamente

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Foto: WP
Helios in Attendorn nimmt als eine der ersten Kliniken weltweit so genanntes Ultrafiltrationsgerät in Betrieb. Hilfe für Herzschwäche-Patienten.

Attendorn. 

„Als eine der ersten Kliniken in Deutschland und sogar weltweit“, so Pressesprecherin Dörthe Bremer, führt die Helios-Klinik in Attendorn ein sogenanntes Ultrafiltrationsgerät ein, das Patienten mit Herzschwäche, sogenannter Herzinsuffizienz, das Leben erleichtern soll.

Patienten mit einer Herzschwäche lagern Wasser im Gewebe und in der Lunge ein. Mit der jetzt für Attendorn angeschafften Neuentwicklung lässt sich überschüssiges Wasser in kurzer Zeit aus dem Körper entfernen. „Das Verfahren“, so Bremer, „ist für den Patienten besonders schonend und verkürzt den Krankenhausaufenthalt.“

Entwässernde Medikamente

Wenn Patienten mit Herzinsuffizienz zu viel Wasser im Körper einlagern, brauchen Sie entwässernde Medikamente, sogenannte Diuretika. Diese müssen in der Regel ein Leben lang eingenommen und oft in der Dosis gesteigert werden, wodurch die Nierenfunktion häufig in erheblichem Maße beeinträchtigt wird. Mit Hilfe von Dialysegeräten kann dem Blut der überschüssige Teil der Flüssigkeit entzogen werden, was aber für den Körper belastend ist und das Legen großer venöser Gefäßzugänge erfordert.

Zusätzlich zu dieser Dialysetechnik verfügt die Helios-Klinik Attendorn jetzt über das Gerät zur sogenannten Ultrafiltration, das dem Blut nur das überschüssige Wasser entzieht, ohne dabei weitere Stoffe zu entfernen. Hierzu ist allein ein kleiner venöser Zugang erforderlich, ähnlich dem einer Infusion, über den Wasser abgefiltert werden kann. Die Menge wassertreibender Medikamente wird dadurch gesenkt, die Nierendurchblutung gefördert und die Nierenfunktion somit weniger belastet.

Josef Springob aus Attendorn kam ins Krankenhaus mit Herzschwäche, Nierenversagen, Luftnot und geschwollenen Beinen. Dem 78-Jährigen wurden über acht Stunden mit der neuen Ultrafiltration rund 800 Milliliter Wasser entzogen. Dadurch setzen im Anschluss die Nierenfunktion und damit auch die Eigenausscheidung über die Nieren wieder ein, so dass er binnen 24 Stunden insgesamt etwa zwei Liter Wasser verlor und die Dosis der Wassermedikamente reduziert werden konnte. Die zuvor bestehende Luftnot war weg, die Bein-Ödeme deutlich geringer, so dass er nach zwei Tagen wieder laufen konnte und keine Luftnot mehr empfand.

Ohne Belastung des Kreislaufs

„Ich bin sehr glücklich“, so Josef Springob, „dass es mir nach so kurzer Zeit jetzt schon wieder so gut geht. Die Wassermedikamente alleine haben ja nicht mehr ausreichend gewirkt“. „Unsere Patienten profitieren in mehrfacher Hinsicht von diesem neuen Gerät“, so Dr. Stephan Doldi, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin. „Zum einen durch den kleineren Zugang und zum anderen, weil die Prozedur in wenigen Stunden ohne wesentliche Belastung des Kreislaufes das leistet, wofür sonst eine Dialyse notwendig wäre.“ Wichtig zu wissen: Die Methode stellt keinen Ersatz einer Dialysebehandlung bei dialysepflichtigen Patienten dar, da keine Giftstoffe entfernt werden, die bei ausgefallener Nierenfunktion ebenfalls anfallen. Es wird allein überschüssiges Körperwasser aus dem Blut entfernt, um Herz und Nieren zu entlasten.