Thema Beigeordneter: Drolshagen steht vor spannender Wahl

Josef Schmidt
Die SPD Drolshagen wünscht sich, dass der Stadtrat ihrem Bürgerbegehren folgt. Im Billd von links: Hans-Jürgen Pongratz, Thomas Gosmann, Gabriele Valperz, Tobias Brömme und SPD-Vorsitzender Florian Hahnl.
Die SPD Drolshagen wünscht sich, dass der Stadtrat ihrem Bürgerbegehren folgt. Im Billd von links: Hans-Jürgen Pongratz, Thomas Gosmann, Gabriele Valperz, Tobias Brömme und SPD-Vorsitzender Florian Hahnl.
Foto: Engel, Birgit
Der Stadtrat Drolshagen steht zum ersten Mal vor der Entscheidung, Ja oder Nein zu sagen zu einem Bürgerbegehren.

Drolshagen.  Selbst für die Altgedienten im Drolshagener Stadtrat ist es absolutes ,Neuland’, das sie am kommenden Donnerstag, 8. Mai (16.30 Uhr), im Musiksaal des Alten Klosters betreten: Denn über ein Bürgerbegehren hat in Drolshagen - anders als in der Nachbarstadt Olpe - noch nie jemand abgestimmt. Es gab keines. Das ändert sich jetzt. Wie bereits mehrfach berichtet, geht es um die Frage, ob Drolshagen nach dem Ausscheiden von Peter Spitzer ab dem 1. September weiterhin einen Beigeordneten haben soll. SPD-Vorsitzender Florian Hahnl und seine Mitstreiter sagen: Nein, die Verwaltungsspitze einer kleinen Stadt wie Drolshagen kann auch ohne Beigeordneten effizient arbeiten und somit ein Spitzengehalt einsparen.

CDU will Beigeordneten - bisher

Die CDU sagt - bisher: Eine schlagkräftige Stadt braucht auch eine schlagkräftige Verwaltung - und die braucht einen Beigeordneten. Die jahrzehntelange hervorragende Arbeit von Peter Spitzer sei dafür Beweis genug.

Die Folge: Schon frühzeitig ließ die CDU keinen Zweifel daran, dass sie ungeachtet des Bürgerbegehrens auch einen Nachfolger Spitzers wählen wolle. Was dann am 6. März auch geschah: Der Drolshagener CDU-Vorsitzende Ulrich Berghof wurde mit 16:7 Stimmen gewählt. Berghof würde also Beigeordneter, wenn das Bürgerbegehren am kommenden Donnerstag ebenso scheitern würde wie ein sich anschließender Bürgerentscheid.

Das Pikante an der Wahl Berghofs: Die Verwaltungsspitze um Bürgermeister Theo Hilchenbach und Teile der CDU-Fraktion wollten eigentlich Kämmerer Rainer Lange auf den Beigeordnetenstuhl hieven. Das ging jedoch schief. Da die Wahl geheim vonstatten ging, schossen seinerzeit die Spekulationen ins Kraut, die CDU sei zerstritten. Berghof sei nur von der Hälfte der Fraktion gewählt worden, die andere Hälfte habe Lange gewählt. Die Opposition habe Berghof allerdings mitgetragen, um den Keil noch tiefer in die CDU-Fraktion zu treiben. Auch dieser Aspekt, so langjährige Kenner der politischen Szene Drolshagens auf Anfrage unserer Zeitung, könne am Donnerstag, eine entscheidende Rolle spielen. Im Klartext: Die Berghof-Gegner aus der CDU könnten das bislang kritisierte Bürgerbegehren passieren lassen, um Berghof als Beigeordneten zu verhindern.

300 Unterschriften mehr als nötig

Die Fakten: Die Initiatoren des Bürgerbegehrens hatten 1 292 Unterschriften für das Bürgerbegehren mit dem offiziellen Titel „Drolshagener Bürger sparen Steuergelder - Verwaltungsspitze verkleinern“ gesammelt, und nach eingehender Prüfung hatte die Verwaltung davon 1 199 als „zweifelsfrei gültig“ anerkannt. Deutlich mehr also, als die rund 900 notwendigen Stimmen.

Für die SPD, so ihr junger Vorsitzenden Florian Hahnl, habe das Bürgerbegehren gezeigt, dass man ein wichtiges Thema aufgegriffen habe: „Wir haben sehr viel positive Resonanz auf die Aktion erhalten, auch von CDU-Wählern und sogar CDU-Mitgliedern. Dass uns dies gelungen ist, macht uns stolz. Wir danken allen, die das Bürgerbegehren unterstützt haben.“

CDU-Fraktionssprecher Hans-Dieter Lienenkämper wollte gestern keine Stellungnahme zum Donnerstags-Wahlverhalten abgeben: „Wir haben Montag die finale Fraktionssitzung. Dem möchte ich nicht vorgreifen.“