Steuereinnahmen steigen deutlich

Attendorn..  Die fast schon obligatorisch gute Nachricht überbrachte gestern Abend Attendorns Kämmerer Klaus Hesener mit seinem Finanzzwischenbericht. Die Steuereinnahmen der Hansestadt werden aller Voraussicht nach auch in diesem Jahr wieder deutlich über dem Haushaltsansatz liegen. Nach oben von den Vorjahren abweichend, hatte Hesener für 2016 schon ein Gewerbesteueraufkommen von 30 Millionen Euro angenommen, zur Jahresmitte geht er von 35 Millionen aus.

Aber keine Feier ohne den mahnenden Zeigefinger des Schatzmeisters: Wo viel hin kommt, wird auch viel weggenommen. Kreisumlage, Gewerbesteuerumlage, der Fonds Deutsche Einheit und die in Attendorn besonders „beliebte“ Abundanzumlage fressen den größten Teil der Gewerbesteuern wieder auf. Von jedem eingenommenen Euro bleiben etwas zwölf Cent in Attendorn.

Krisenherde weltweit

Der Blick in die Zukunft stimmt Kämmerer Hesener auch nicht glücklich: „Es ist nicht absehbar, ob sich die positive wirtschaftliche Entwicklung auch in der Folgezeit fortsetzt. Insbesondere die weltweiten Krisenherde sowie die nachhaltig andauernde europäische Staatschuldenkrise stellen nicht zu unterschätzende Konjunkturrisiken dar, die auch zeitnah die Attendorner Wirtschaftsunternehmen mit ihrer globalen Ausrichtung treffen können.“ Der Brexit war zur Zeit seiner Formulierungen offensichtlich noch nicht beschlossen. Aber auch die Abhängigkeit Attendorns von ganz wenigen großen Gewerbesteuerzahlern, die hohe Beträge in die Stadtkasse spülen, stimme nachdenklich: „Das macht die Haushaltswirtschaft der Hansestadt Attendorn besonders anfällig.“

Düster wird das Bild, wenn Hesener auf die Entwicklung bei den Sozialausgaben zu sprechen kommt. Zwar habe die Stadt die Zeit genutzt, „um in zunächst auskömmlicher Anzahl Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu schaffen“, allerdings lasse sich nicht einschätzen, wie sich die Flüchtlingszahlen weiter entwickeln werden.

Kreisumlage wird steigen

Es lasse sich aber bereits jetzt absehen, „dass sich spätestens ab dem Jahr 2017 die Kosten für die Flüchtlingsversorgung insbesondere durch Mehrkosten im Bereich von Hartz IV gravierend erhöhen werden.“Die Folge würde ein weiterer deutlicher Anstieg der ohnehin bereits sehr hohen Kreisumlage sein, von der die Hansestadt Attendorn aufgrund ihrer guten Steuerkraft besonders betroffen wäre.

Ein weiteres finanzielles Risiko verberge sich hinter der Umsetzung der schulischen Inklusion. Die Praxis habe gezeigt, dass die vom Land gewährte Kostenerstattung bei weitem nicht auskömmlich sei, um die tatsächlichen Kosten der Inklusion zu decken.

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