Statt Politik gibt’s ungezügelte Fröhlichkeit

Attendorn/Grevenbrück..  Rund 25 000 Besucher drängelten sich gestern nach Angaben der Polizei in der Attendorner Innenstadt, um den Höhepunkt des Karnevals in Kattfilleria mitzuerleben. Und wie immer, nötigte der Veilchendienstagszug der Wagenbauer den Besuchern einiges an Kondition ab: 26 große Motivwagen und 52 Fußgruppen mit zusammen fast 2000 Teilnehmern brauchten in diesem Jahr deutlich mehr als zwei Stunden, bis sie die erste Runde durch die Hansestadt absolviert hatten.

Die Themen blieben bis auf wenige Ausnahmen lokal, Ausflüge in die große Politik oder Stellungnahmen zu Charlie Hebdo verkniffen sich die Attendorner Wagenbauer fast vollständig. Einzige Ausnahme die Schüler der Gemeinschaftshauptschule Schwalbenohl bzw. die Hanseschule, die mit dem Motto „Sportler kämpfen ohne Waffen, lasst uns gemeinsam Frieden schaffen“ unterwegs waren. Ergänzt wurde die „Schulfraktion“ durch das St.- Ursula-Gymnasium („Karneval im Urselstall“) und die Attandarra-Schule („Pettersson und Findus“).

Bürgerhaus

Einen Vorschlag, wie die verfahrene Situation mit dem Bürgerhaus Alter Bahnhof noch zu retten wäre, machte der MGV Sauerlandia: „Mit Lego wär das nicht passiert, der Bahnhof wäre längst saniert.“ Anerkennung zollten die „Hucken vom Hettmecker Teich“ der Polizei. Nicht für den Sicherheitsdienst vor und neben dem Zug, sondern für den segensreichen Einsatz im Sinne der Landeskasse: „Beim Blitzmarathon wahre Meister, für die Landeskasse gute Dukatenscheißer.“

Veilchendienstag in Grelau

Auch in Grevenbrück war mit dem Veilchendienstagsumzug der Höhepunkt des Straßenkarnevals erreicht. Mit 1150 Teilnehmern bei insgesamt 56 Zugpunkten, darunter 17 Großwagen, feierten die Narren den Sessionsabschluss im Grevenbrücker Jubiläumsjahr. Für die musikalische Unterstützung sorgten dabei die selbstverständlich auch jeck verkleideten Tambourcorps aus Elspe, Rönkhausen und Bamenohl.

Etliche Tausend Zuschauer hatten sich frühzeitig entlang der Hauptstraße aufgestellt, oft in dicke Jacken gehüllt, denn es war zwar trocken, aber doch recht kühl und nebelig. Das konnte aber die Laune der Karnevalisten keineswegs trüben. Schon bevor die ersten Wagen rollten brachte das Moderationsteam an der Schützenhalle die schaulustigen Narren mit den unverzichtbaren Karnevalsschlagern in Stimmung.

Pünktlich geht es los

Der Zug setzte sich pünktlich um 11.11 Uhr in Bewegung, brauchte aber doch seine Zeit, bis er die Ortsmitte erreicht hatte. Mit exakt einem Kilometer pro Stunde bahnten sich die Gruppen ihren Weg über die Kölner Straße. Den Anfang machten die Damen der „Ällesten“ mit ihrem Traktor gezogenen Großwagen. Dahinter folgten die Herren, die sich mit zwei Seilen mühsam daran machten, ihren eigenen Wagen mit einer großer, Bierkrug haltenden Mälo-Figur mit Muskelkraft zu ziehen. Getreu ihrem Motto „2000 Jahre Förde“ mussten die in Fell gekleideten Männer mit langen Haaren und Bärten auf ein modernes Zugfahrzeug verzichten.
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