SPD-Mitglieder aus Olpe in Drolshagen nicht erwünscht

Josef Schmidt
Altgediente Olper Sozialdemokraten: Wolfgang Exner und Peter Kühn. Auch ihr Ansinnen, nach Drolshagen wechseln zu können, wurde abgelehnt. Jetzt sind sie ,internationale’ SPD-Mitglieder.
Altgediente Olper Sozialdemokraten: Wolfgang Exner und Peter Kühn. Auch ihr Ansinnen, nach Drolshagen wechseln zu können, wurde abgelehnt. Jetzt sind sie ,internationale’ SPD-Mitglieder.
Foto: WP
Nach dem Lehwald-Streit wollten 15 Olper Sozialdemokraten dem Ortsverein den Rückenkehren und nach Drolshagen wechseln. Doch die stimmten ab - Ergebnis: Nein.

Olpe/Drolshagen.  Peter Kühn, Olper SPD-Ehrenvorsitzender, und Wolfgang Exner, langjähriges SPD-Ratsmitglied, waren im Gespräch mit unserer Zeitung noch ziemlich aufgebracht über die Geschehnisse der vergangenen Monate, ausgelöst durch den Rückzug von Ex-MdL Gisela Lehwald (wir berichteten mehrfach). Vorläufiger Höhepunkt des monatelangen Hick-Hacks: Die 15 SPD-Mitglieder, die von Olpe zum Ortsverein Drolshagen wechseln wollten, sind dort nicht erwünscht, wie eine Mitgliederabstimmung ergab. Einzige Ausnahme: Hans-Jürgen Topf, ansässig in Drolshagen, darf kommen.

Exner: Eine einzige Katastrophe

Die Informationslage und die Deutung rund um den gescheiterten Wechsel sind diffus. Peter Kühn gestern: „Ich bin sehr enttäuscht, dass sich niemand und zu keinem Zeitpunkt bemüht hat, die Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, um diesen Streit einvernehmlich zu lösen.“ Und Wolfgang Exner: „Für mich ist das eine einzige Katastrophe. Durch diese Machenschaften hat man mir meine politische Heimat genommen.“ Sechs Olper Sozialdemokraten, so Exner, hätten sich dem Ortsverein International angeschlossen. Neben ihm selbst seien das Gisela Lehwald, Wolfgang Decker-Lehwald, Peter Kühn, Siegfried Feldmann und Rolf Sauerland. Von drei oder vier anderen habe er gehört, sie wollten der SPD ganz den Rücken kehren. Erklärung am Rande: Im SPD-Ortsverein International sind eigentlich Genossen organisiert, die dauerhaft im Ausland leben.

Kühn vermutet Druck aus Olpe

Peter Kühn erklärte gestern, er vermute, dass die Ablehnung aus Drolshagen mit einer Stimmung machenden Einflussnahme aus Olpe zu tun habe - nach dem Motto: „Wie könnt Ihr die nur aufnehmen?“ Kühn: „SPD-Fraktionssprecher Gosmann hatte Gisela Lehwald gegenüber zunächst gesagt, gegen einen Beitritt nach Drolshagen spreche nichts, man freue sich. Tobias Brömme hat sich mir gegenüber ähnlich geäußert - mit den Worten: ,Wir freuen uns auf Euch’.“ Doch dann sei die Stimmung plötzlich umgeschlagen. Kühn vermutet, der Drolshagener Vorstand habe wohl kalte Füße bekommen, in den Olper Streit reingezogen zu werden. Brömme selbst konnte sich gestern nicht an den genauen Wortlaut erinnern, eine Zusage, die Olper aufzunehmen, sei damals aber nicht gefallen.

Exner, der mit sechs anderen Olper SPD-Mitgliedern an einem späteren klärenden Gespräch im Drolshagener Gasthof Zur Brücke über den Wechsel nach Drolshagen teilgenommen hatte, bestätigt die plötzlich umgeschlagene Stimmung: „Man konnte an dem Abend schon merken, wo es hingehen würde. Ich habe danach sofort den Wechsel zu SPD International eingeleitet.“

Stillschweigen zu Abstimmung

Thomas Gosmann räumte gestern auf Anfrage zwar ein, zu Gisela Lehwald gesagt zu haben, dass er nichts gegen den Wechsel der Olper nach Drolshagen habe, aber: „Das war meine persönliche Meinung.“ In der Versammlung, in der dann die Mehrheit der Mitglieder gegen die Aufnahme der Olper gestimmt hätten, habe die Diskussion herausgeschält, dass man den Olper Streit nicht über die Grenze nach Drolshagen habe tragen wollen. Druck aus Olpe oder vom Kreisvorstand habe es definitiv nicht gegeben.

Das versicherte gestern auch Drolshagens SPD-Vorsitzender Florian Hahnl: „Es ist nicht so, dass wir etwas gegen die Olper SPD-Mitglieder hätten, es ist eben nur so abgestimmt worden.“ Zu seinem eigenen Abstimmungsverhalten und zum Abstimmungsergebnis wollte Hahnl nichts sagen. Nur so viel, dass 13 von 27 Drolshagener Sozialdemokraten anwesend gewesen seien.