Sorgenkind Rivius Gymnasium

Das alt-ehrwürdige Rivius Gymnasium der Stadt Attendorn entwickelt sich zu einem Sorgenkind in der Schullandschaft der Hannsestadt.
Das alt-ehrwürdige Rivius Gymnasium der Stadt Attendorn entwickelt sich zu einem Sorgenkind in der Schullandschaft der Hannsestadt.
Foto: Peter Plugge
  • Schulentwicklungsplan prognostiziert Zweizügigkeit
  • Deutliche Warnung vor Risiken
  • Aufforderung zu aktivem handeln

Attendorn..  Auch wenn der im Attendorner Schulausschuss von seinem Autor Dr. Heinfried Habeck vorgestellte und beschlossene Schulentwicklungsplan bis zum Schuljahr 2022/23 viele positive Aussagen zur Entwicklung der Schullandschaft in der Hansestadt trifft, wie etwa nahezu konstante Einschulungszahlen in die Grundschulen oder eine weiter prosperierende Sekundarschule, so benennt er auch klar ein „Sorgenkind“: Das städtische Rivius Gymnasium.

Die Schülerzahlen des Rivius Gymnasiums, das in diesem Jahr erstmals seit mehreren Jahren wieder nur zwei Eingangsklassen 5 bilden konnte, sinken. Und auch die Prognose von Dr. Habeck sehen bis zum Schuljahr 2022/23 keine Trendumkehr, wobei das Aufkomme einpendelnder Schüler aus Nachbarkommunen eine Unwägbarkeit in den Prognosen darstellt.

Verlust an Attraktivität

Dr. Habeck befürchtet sogar, dass das Gymnasium, wenn die dauerhafte Zweizügigkeit in den Eingangsklassen eintritt, noch weiter an Boden verliert. Der Grund: Verlust an Attraktivität bei den Eltern aus Angst vor eingeschränkten Wahlmöglichkeiten in der Oberstufe. „Das kann den Niedergang der Schule beschleunigen“.

Ein Faktor, den Schulleiter Rudolf Hermanns mit Hinweis auf die seit über 30 Jahren gut funktionierende Kooperation mit dem St.-Ursula-Gymnasium so nicht gelten lassen wollte. Außerdem verwies der Schulleiter auf die große Aufgabe der Inklusion, der sich seine Schule im Gegensatz zu anderen stellen müsse. Die von Hermanns geäußerte Möglichkeit, dass eine dauerhaft vierzügige Sekundarschule negativen Einfluss auf sein Gymnasium haben könnte, schätzt Dr. Habeck als „relativ gering“ ein, da es beim Klientel beider Schulen „wenig Überschneidungen“ gebe.

Habeck rief nachdrücklich dazu auf, aktiv für das Rivius Gymnasium zu werben, das er als ein „Stück Attendorn“ bezeichnete. Sie Anregung: „Organisieren sie einen Workshop zu dem Thema: Was können wir für unser Gymnasium tun? Holen sie auch die Wirtschaft mit ins Boot“.

Uli Selter (CDU) regte an, über eine Wiedereinführung von G9 am Rivius Gymnasium als „Alleinstellungsmerkmal“ nachzudenken. Bürgermeister Christian Pospischil forderte dazu auf, „dem Rivius Gymnasium ein attraktiveres Profil zu geben, mit dem es bei den Eltern punkten kann“.

Dazu könnte auch der beschlossene Antrag der SPD führen, das Gymnasium im Sinne der Inklusion im kommenden Jahr konkret baulich zu überplanen.

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