Seine Überzeugung kostete ihn das Leben

Am 24. April 1944 wurde der Franziskanerpater Kilian Kirchhoff in Brandenburg-Görden hingerichtet. Damit ging das irdische Leben eines mutigen Gottesmannes zu Ende.
Am 24. April 1944 wurde der Franziskanerpater Kilian Kirchhoff in Brandenburg-Görden hingerichtet. Damit ging das irdische Leben eines mutigen Gottesmannes zu Ende.
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Am 24. April 1944 wurde der Franziskanerpater Kilian Kirchhoff in Brandenburg-Görden hingerichtet. Damit ging das irdische Leben eines mutigen Gottesmannes zu Ende. Seine Heimatgemeinde Rönkhausen wird ihn am 26. April 2014 ehren.

Rönkhausen..  Am 24. April 1944 wurde der Franziskanerpater Kilian Kirchhoff in Brandenburg-Görden hingerichtet. Damit ging das irdische Leben eines mutigen Gottesmannes zu Ende. Seine Heimatgemeinde Rönkhausen wird ihn am 26. April 2014 ehren.

Josef Kirchhoff wurde am 18. Dezember 1892 in Rönkhausen geboren und drei Tage später im Nachbarort Lenhausen getauft. Nach dem frühen Tod der Eltern wurde er von einer Rönkhauser Familie als Pflegesohn aufgenommen.

1922 Priesterweihe

Nach einjährigem Privatunterricht besuchte der aufgeweckte Junge ab Ostern 1908 das Gymnasium in Attendorn. Während dieser Zeit wurde ihm seine Priester- und Ordensberufung bewusst, und er besuchte dann bis 1914 das Missionskolleg der Franziskaner St. Ludwig bei Vlodrop in den Niederlanden. Am 19. April 1914 trat er in Warendorf in den Franziskanerorden ein, begann sein Noviziat und erhielt den Ordensnamen Kilian. 1915 begann er seine philosophischen Studien in Dorsten, die er allerdings bereits ein Jahr später aufgrund des Ersten Weltkrieges unterbrechen musste.

Sein Theologiestudium absolvierte er in Paderborn, wo er am 15. August 1920 seine ewige Profess ablegte und am 1. April 1922 zusammen mit dem späteren Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger das Sakrament der Priesterweihe empfing, ein Jahr bevor er sein Theologiestudium beenden konnte. Aus seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus machte er von Anfang an keinen Hehl. So antwortete er im August 1936 dem Hausdiener des Paderborner Franziskanerklosters in Paderborn auf die Bemerkung, er sei aber während seines Ferienaufenthaltes nicht braun geworden: Ach, Bernhard, Braun ist nicht mehr modern.“

Seit 1941 überwacht

Im Jahre 1940 musste P. Kilian Kirchhoff zum ersten Mal erleben, dass der Nationalsozialismus Einfluss auf seine wissenschaftliche Tätigkeit zu nehmen versuchte. Mit Schreiben vom 26. November 1940 wurde seine Tätigkeit davon abhängig gemacht, der Reichsschrifttumskammer beizutreten oder aber einen Befreiungsantrag zu stellen. P. Kilian Kirchhoff machte von der zweiten Möglichkeit Gebrauch.

P. Kilian Kirchhoff ahnte, dass sich gegen ihn etwas zusammenbraute. Angesichts des Klostersturms in Deutschland verließ er das Kloster in Wiedenbrück und übernahm im Küntrop eine Seelsorgestelle. Dort erfuhr er im November 1941, dass er überwacht wurde.

Im Oktober 1942 begab P. Kilian Kirchhoff zu einem Erholungsaufenthalt nach Wiedenbrück. Zuvor besuchte er noch vom 6. bis zum 8. Oktober 1942 eine Familie, zu der er freundschaftliche Beziehungen unterhielt. Obwohl er wusste, dass Maria Gies, eine der beiden Töchter des Hauses eine überzeugte Nationalsozialistin war, machte er einige unbedachte Äußerungen über den Krieg und führende Nationalsozialisten. Bereits einen Tag später erstattete Maria Gies Anzeige.

1944 hingerichtet

Am 21. Oktober 1943 wurde P. Kilian Kirchhoff in Dortmund-Hörde verhaftet. Er wusste sofort, was das zu bedeuten hatte. „Jetzt geht der Kopf ab“, sagte er, als der Gestapo-Beamte ihn zur Vernehmung abholte. In dem Prozess am 7. März 1944 erklärte die Zeugin, dass sie nichts gegen den Angeklagten persönlich habe, sondern lediglich Priester hasse, da sie Gegner des Nationalsozialismus seien. Nach einer kurzen Beratungspause verkündete der oberste Richter des Deutschen Reiches gegen 12 Uhr das Todesurteil.

Die Hinrichtung unter dem Fallbeil erfolgte am 24. April 1944 um 15.20 Uhr.

 
 

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