Sehr viel Wasser für ein Kilo Steak

Kreis Olpe..  Während der Vegetarierbund Deutschland die Einführung eines vegetarischen Tages vorschlägt und die Grünen den Veggie-Day für öffentliche Kantinen in ihr Wahlprogramm aufgenommen haben, fürchten Kritiker den Einstieg in eine weitere Bevormundung. Zum Thema vegetarische Ernährung, Fleischkonsum und Tierschutz schreibt heute Petra Kandzia aus Drolshagen einen Gastkommentar. Die 44-Jährige ernährt sich seit ihrem 13. Lebensjahr vegetarisch und gründete 2003 den Tierschutzverein „Schutzengel für Tiere“:


„Wenn ich eine Hähnchenbraterei sehe, frage ich mich, wie die Menschen so ein Elend essen können. Die Hähnchen leben nur 28 Tage lang auf engstem Raum in Hallen (oft mehr als 20 Tiere auf einem Quadratmeter, in Deutschland pro Jahr 420 Millionen). Tageslicht: Fehlanzeige. „Dank“ eines Hormonfuttercocktails wachsen sie so schnell, dass sie kurz vor Mastende meist nicht mehr laufen können. Sollten die Menschen also nicht eher dankbar sein, wenn die Grünen sie durch einen „Veggieday“ in der Woche vor zu viel Fleischkonsum schützen, anstatt sich bevormundet zu fühlen?


Täglicher Fleischkonsum begünstigt Darmkrebs, Schlaganfall und Herzinfarkt. Wer seine Ernährung auf tierfreundlicheres und gesünderes Bio-Fleisch umstellt, legt automatisch mehrere „Veggiedays“ pro Woche ein, denn Bio-Fleisch ist nicht zu Discountpreisen zu haben.Fast alle Fleischkonsumenten finden Massentierhaltung furchtbar, warum verkaufen aber die Discounter dann so viel Fleisch?


Wir Deutschen geben gerne viel Geld für ein neues Auto aus, fliegen oft mindestens einmal im Jahr in den Urlaub, aber Lebensmittel (=Mittel zum Leben und davon haben wir doch nur nur eines), die sollen möglichst billig sein? In meinen Augen sind die Landwirte genauso Opfer wie die Tiere, denn kaum ein Biobetrieb kann heutzutage überleben.

Bitte nicht jammern

Also bitte nicht jammern: ,Bio-Fleisch kann ich mir nicht leisten’, sondern den Fleischkonsum reduzieren und das geliebte Auto ein paar Mal weniger waschen, dem tut das nicht weh. Ihr Geld reicht dann für ein gesundes Maß an Bio-Fleisch. Ihre Gesundheit, die Tiere, die „Dritte-Welt-Länder“ und unser Klima sagen DANKE! Bis ein Kilo Steak beim Verbraucher landet, hat es nämlich 14.000 Liter Wasser verbraucht. Die „Nutztierindustrie ist durch Ausstoß von Treibhausgasen vor dem Autoverkehr der Hauptverursacher der Klimakatastrophe“ (Quelle: VEGAN von Dr. med. Ernst Walter Henrich).


Für die Produktion von einem Kilo Fleisch müssen bis zu 16 kg Getreide verfüttert werden, die effektiver direkt für die Ernährung der Menschen eingesetzt werden könnten. Fleisch ,frisst’ also Menschenleben und nicht der Vegetarier den Tieren das Gras weg. Das nächste Treffen der Vegetarier- und-Regiogruppe Olpe findet heute ab 19 Uhr in Rüblinghausen statt. Info: 0170-1775122.“

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