Sanierung der Biggetalsperre - Wasserspiegel wird abgesenkt

Der Biggesee im Jahrhundertsommer 2003. Nächtes Jahr (2015) wird der Wasserspiegel bewusst gesenkt.
Der Biggesee im Jahrhundertsommer 2003. Nächtes Jahr (2015) wird der Wasserspiegel bewusst gesenkt.
Foto: WR
Die Personenschifffahrt und der Leuchtturm am See werden am meisten unter der für das Jahr 2015 geplanten Absenkung des Wasserspiegels der Biggetalsperre leiden. Die Sanierungsmaßnahmen sind notwendig, weil die Dichtungsschichten von Haupt- und Vordamm marode sind. Aus der Feier "50 Jahre Biggesee" wird deshalb nichts.

Attendorn. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Biggetalsperre im kommenden Jahr hätte man eigentlich einige publikumswirksame Events erwartet. Daraus wird aber nichts, weil der Ruhrverband im kommenden Sommer die marode Dichtungsschicht des Hauptdamms bei Attendorn und den Vordamm bei Kessenhammer sanieren will, wozu der Wasserspiegel des Sees über mehrere Monate um 15 Meter abgesenkt werden muss.

Besonders betroffen von dieser Maßnahme sind die Personenschifffahrt Biggesee, der Leuchtturm am See und die Bigge Beach in der Waldenburger Bucht, die mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen müssen. Die beiden Ausflugsschiffe MS Westfalen und MS Bigge werden wegen des niedrigen Wasserstands in Stade gar nicht anlegen können, während in Attendorn gemeinsam mit dem Ruhrverband eine Anlegestelle im Bereich Bigge Beach angelegt werden wird.

Im Jahrhundertsommer 2003 war Wasserstand noch niedriger

Die Anlegestelle neben dem Damm kann nur als Bedarfsanlegestelle fungieren. „Wir kennen das aus dem Jahr 2003, als in dem Jahrhundertsommer der Wasserstand noch niedriger war“, erläutert Wolfgang Keseberg von der Personenschifffahrt Biggesee, der als weiteren erschwerenden Faktor für das kommende Jahr die in Sondern geplanten Baumaßnahmen im Rahmen des Regionale-Projekts anführt.

Doch Keseberg bleibt zuversichtlich. „Es hilft alles nichts. Das muss nun einmal sein. Hoffentlich haben wir dann wieder 50 Jahre Ruhe“. Außerdem werde sich man spezielle Aktivitäten ausdenken, um Gäste anzulocken. „Vielleicht machen wir Bilderausstellungen von Früher auf den Schiffen oder zeigen alte Filme“. Das könnte man auch im Vortragsraum des Ruhrverbands am Biggedamm machen, um so Gäste zum benachbarten Leuchtturm zu locken.

Der steht mitten in der Baustelle und ist über die komplett gesperrte Dammkrone nicht zu erreichen. Auch die Außengastronomie wird während der gesamten Bauzeit wegfallen. Der Leuchtturm bleibt vom Parkplatz hinter der JVA und über die Brücken von Neu-Listernohl erreichbar. Außerdem soll ein Weg, der zur Pflege und Wartung des Damms dient und von dessen nördlichen Ende zum Kiosk verläuft, geöffnet werden.

Biggolino könnte fahren und Gäste in der Sonne liegen

„Vielleicht kann sogar der Biggolino darauf fahren und die Menschen von der Anlegestelle in der Waldenburger Bucht bis zum Leuchtturm bringen“, schwebt Keseberg vor. Doch diese Idee muss mit dem Ruhrverband abgeklärt werden, zumal es an Platz zum Wenden fehlt. Sonst kann der Biggolino nur bis zum Anfang des Dammes fahren.

„Sportlich“ nimmt Felix Müller von Mediinvest, Betreiber der Bigge Beach, die Herausforderung niedriger Wasserstand. „Wir haben viele Gäste, die nicht unbedingt schwimmen, sondern in der Sonne liegen wollen. Wir werden sehen, wie wir damit umgehen“.

 
 

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