Roboter macht Kirchturm kleiner

In luftiger Höhe am Glockenturm der ehemaligen Josefskirche ist eine Plattform mit dem Abrissroboter und ein Personenkorb mit dem Steuermann des Roboters im Einsatz
In luftiger Höhe am Glockenturm der ehemaligen Josefskirche ist eine Plattform mit dem Abrissroboter und ein Personenkorb mit dem Steuermann des Roboters im Einsatz
Foto: WP

Attendorn..  31 Meter war der Glockenturm der ehemaligen Josefskirche in Attendorn hoch. Jetzt sind die oberen fünf Meter Geschichte. Mit Hilfe mordernster Technik wurde dieser Teil des Turms von der Lennestädter Firma Thalhammer abgetragen. In dieser Woche kommt der Longfrontbagger der Altenhundemer Firma Mees zum Einsatz und wird den Rest des Turmes dem Erdboden gleich machen.

In den 1960er Jahren wurde die Josefskirche gebaut. Am 21. September 2013 wurde die Kirche in einer letzten heiligen Messe profaniert, denn die Zahl der Kirchenbesucher war stark rückläufig und notwendige Sanierungsarbeiten waren nicht finanzierbar. Die Kirche soll jetzt als Depotkirche für kirchliche Kunstgegenstände genutzt werden. In diesem Zug wird auch der Turm abgerissen.

31 Meter zu hoch für Bagger

Zunächst wurden die vier Glocken aus dem Turm geholt, jetzt wird er abgerissen. Doch für einen normalen Abrissbagger sind die 31 Meter zu hoch. Daher kam die Betonbearbeitungsfirma Thalhammer mit ihrer neusten technischen Errungenschaft ins Spiel. „Der Turm ist eine Stahlbetonkonstruktion und ist im Gleitschalverfahren gebaut worden“, erklärt Firmenchef Boris Thalhammer. „Der Abriss der oberen Etage bis unterhalb der Öffnung für die Glocken erfolgt mit unserem Roboter Husqvarna DXR 140.“ Was sich so nüchtern anhört, ist ein kleines technisches Wunderwerk. Dieser Roboter wird auf einer eigenen Plattform in die Arbeitshöhe auf der Turmspitze gebracht. Dazu ist ein Autokran von Dornseiff im Einsatz. Ein zweiter Mobilbaukran bringt einen Personenkorb in Position. Von hier aus wird der Roboter gesteuert. Er macht per Fernsteuerung nun den notwendigen Abriss.

„Der Roboter hat eine eigene Strom- und Wasserversorgung“, erklärt Boris Thalhammer, „Außerdem können wir über einen Monitor die Arbeiten hier unten verfolgen. Da er auch eine modernste Fernsteuerung mit Einhandfunktion hat, ist er leicht zu bedienen.“

Klein und kompakt ist der Abrissroboter und wiegt lediglich 975 Kilogramm. „Da er so kompakt ist, aber gleichzeitig mit seinem Abrissarm sich rundum drehen kann, ist er auch hervorragend in Gebäuden einzusetzen. Hinzu kommt, dass er emissionsfrei arbeitet. Dank der individuell gesteuerten Ausleger steigt das Gerät sogar Treppen und ist in der Lage, auf unebenem Untergrund und entlang von Wänden zu arbeiten“, gerät Boris Thalhammer ins Schwärmen.

Longfrontbagger unterwegs

Jetzt aber muss das kleine technische Wunderwerk sein Können bis Anfang der Woche in rund 30 Meter Höhe zeigen. Eine Pause bekommt er, wenn die Aufhängung der Glocken abmontiert wird. „Da diese Aufhängung wahrscheinlich mit einem Bleianstrich versehen ist, darf sie nicht mit Hilfe von Schweißgeräten zerlegt werden, sondern muss als ganzes aus dem Turm entfernt werden“, erklärt Dipl. Ing. Christian Flender von der Firma Dornseiff. Dann sind seine großen Autokräne nochmals gefragt.

In der Nacht zwischen Montag und Dienstag wird schließlich der Longfrontbagger aus Altenhundem nach Attendorn gebracht und aufgebaut. Er erledigt dann den Rest und sorgt dafür, dass der Glockenturm der Josefskirche Geschichte ist. bsg

 

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