Nichts treibt sie so schnell auf die Palme wie Merkels „alternativlos“

Bamenohl..  Ein lockerer Stammtisch sollte es sein, keine Gründungsversammlung, bestenfalls eine „Vorgründungsversammlung“. In Bamenohl trafen sich bereits Aktive und Sympathisanten der „Alternative für Deutschland“ (AfD) im Hotel Cordes zu Meinungsaustausch, Positionsbestimmung und ersten organisatorischen Schritten zur Gründung eines Kreisverbandes, der für den Wahlkampf bis zum 22. September gebraucht wird.

Schnell muss es gehen, denn die Ziele sind hochgesteckt. Auf Bundesebene soll die Fünf-Prozent-Hürde übersprungen werden, dafür muss der Wahlkampf flächendeckend organisiert werden. Im Kreis Olpe gibt es derzeit neun AfD-Mitglieder, hundert sollen es werden.

Drei von ihnen waren in Bamenohl anwesend, einer Klaus-Peter Berg, Steuerberater aus Olpe, und Mitglied im Bezirksvorstand. Gemeinsam mit Klaus Schmelzer, ebenfalls ein AfDler der ersten Stunde, skizzierte er die Positionen der neuen Partei.

Mit nichts, so scheint es, treibt Mitglieder und mögliche Wähler politisch so schnell auf die Palme wie mit dem von der Bundeskanzlerin so gerne ins Feld geführten Adjektiv „alternativlos“.

Alles „allternativlos“?

Mit dem Hinweis auf die vermeintliche Alternativlosigkeit habe Merkel, so Berg, Deutschland eine unverantwortliche Schuldenlast aufgebürdet: „Man hat uns 1999 versprochen, dass Deutschland nie für andere Länder werde haften müssen. Und wie sieht das heute aus?“ Beispiel Griechenland. Für Klaus-Peter Berg ist klar, dass sich Griechenland aus eigener Kraft nie aus der wirtschaftlichen Krise wird befreien können, in der es steckt: „Der Schuldenschnitt muss kommen, und er wird kommen. Die Frage ist, kommt er geordnet oder ungeordnet.“ Wer Griechenland hätte helfen wollen, hätte dem Land die Möglichkeit geben müssen, aus dem Euro auszuscheiden und dann den Schuldenschnitt gemacht: „Bevor Deutschland 200 Milliarden draufzahlt. So helfen wir den Banken und nicht den Griechen.“

Misstrauen gegen den ESM

Misstrauen bestimmt die Haltung gegen den ESM (Europäischen Stabilitätsmechanismus) für den Deutschland Haushaltsrechte aufgegeben habe und gegen Brüssel im allgemeinen: Klaus Schmelzer: „Da bestimmen Menschen in der Bürokratie, die hier keiner gewählt hat. Brüssel ist wie Moskau.“

Das alles sei zutiefst undemokratisch: „Wir sind für mehr Demokratie“, so Berg, „wir können ja für andere Länder haften, aber dann soll man die Menschen hier vorher fragen. Wir sind für Volksabstimmungen.“

Konkret wird es für die AfD im Kreis Olpe voraussichtlich am 4. Juli, dann soll der Kreisverband gegründet und ein Vorstand gewählt werden. Einen eigenen Direktkandidaten wird es, so Berg, nicht geben.

 
 

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