Neues Operationsverfahren in Attendorn

Dr. Khalil J. Lafta, leitender Oberarzt der Frauenklinik des Krankenhaus St. Barbara Attendorn, ist einer von drei Gynäkologen bundesweit, der das Verfahren zur Behandlung von Dranginkontinenz durchführt.
Dr. Khalil J. Lafta, leitender Oberarzt der Frauenklinik des Krankenhaus St. Barbara Attendorn, ist einer von drei Gynäkologen bundesweit, der das Verfahren zur Behandlung von Dranginkontinenz durchführt.
Foto: WP
Das Krankenhaus St. Barbara Attendorn ist eine von bisher nur drei Kliniken in ganz Deutschland, in denen eine neue Operationsmethode zur Behebung weiblicher Dranginkontinenz angewendet werden kann.

Attendorn..  Das Krankenhaus St. Barbara Attendorn ist das dritte Behandlungszentrum in ganz Deutschland, in dem weibliche Dranginkontinenz nach der von Prof. Dr. med. Wolfram Jäger an der Uniklinik Köln entwickelten neuen Operationsmethode „CESA/VASA“ behoben werden kann.

Die weibliche Dranginkontinenz ist ein sehr verbreitetes Problem, gilt aber in der Öffentlichkeit immer noch als Tabuthema. Schätzungsweise jede dritte ältere Frau leidet unter Inkontinenz. Ursache ist das Absenken der Beckenorgane durch eine Bindegewebsschwäche. Die Haltebänder der inneren Organe im Becken verlieren ihre Spannkraft. Speziell in der Schwangerschaft werden sie erheblich belastet und es entstehen häufig typische Schmerzen.

Je nach Ausmaß der Belastung können die Bänder nach der Geburt gedehnt bleiben oder sogar einreißen. Das führt mit steigendem Lebensalter und Schwächung von Beckenbodenmuskulatur und Bindegewebe zu einem Verlust der Haltefunktion. Dadurch kommt es zur Senkung der Beckenorgane mit dem Problem der Dranginkontinenz. Für die betroffenen Frauen bedeutet das eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Viele Dinge des täglichen Lebens wie Einkaufen, Autofahrten und Spaziergänge sind auf Grund des ständigen Drangs, zur Toilette gehen zu müssen und dem Harnverlust nicht mehr möglich.

Prof. Dr. med. Wolfram Jäger entwickelte an der Uniklinik Köln die neue OP-Methode „CESA/VASA“ , bei der eines oder zwei Haltebänder ersetzt werden. Seit 2007 sammelte Prof. Jäger medizinische Erfahrungen auf diesem Gebiet. Wissenschaftliche Studien und mehr als 800 operierte Patientinnen zeigen eine Erfolgsquote von mehr als 75 Prozent.

Mehr Lebensqualität

Nur durch den Austausch des hinteren Haltebandes kann bei jeder dritten Frau die Kontinenz wieder hergestellt werden. Manchmal muss auch das vordere Band ersetzt werden, um die volle Funktionstätigkeit wieder herzustellen.

Dr. Khalil J. Lafta, leitender Oberarzt in der Frauenklinik des Krankenhauses St. Barbara Attendorn, hörte von dem OP-Verfahren und nahm Kontakt zu Prof. Dr. Jäger auf. Wegen des in Attendorn beheimateten Beckenbodenzentrums Südsauerland war sein Interesse an der Operationsmethode sehr groß.

An der Uniklinik in Köln erlernte er die Operationsmethode „CESA/VASA“ und hat diese Operation bereits einige Male erfolgreich am Krankenhaus st. Barbara durchgeführt. Bei allen Patientinnen ist die Inkontinenz komplett behoben worden und sie haben ihre Lebensqualität zurück erhalten. „Eine der Patientinnen erzählte mir, es ist perfekt“, strahlt Dr. Lafta. Durch seine Zertifizierung ist das Attendorner Krankenhaus das dritte Behandlungszentrum in Deutschland, indem diese OP durchgeführt werden kann.

 
 

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