Neuer Leiter für die JVA Attendorn

Ulf Borrmann, der neue Leiter der JVA Attendorn.
Ulf Borrmann, der neue Leiter der JVA Attendorn.
Foto: WP
„Ich bin freiwillig hier und freue mich auf meine neuen Aufgaben“, mit einem kleinen Augenzwinkern stellte sich gestern der neue Leiter der Justizvollzugsanstalt Attendorn, Ulf Borrmann, vor. Das Sauerland und besonders Attendorn sind für den 55-Jährigen nicht unbekannt, im Gegenteil.

Attendorn. „Ich bin freiwillig hier und freue mich auf meine neuen Aufgaben“, mit einem kleinen Augenzwinkern stellte sich am Mittwoch der neue Leiter der Justizvollzuganstalt Attendorn, Ulf Borrmann, vor. Das Sauerland und besonders Attendorn sind für den 55-Jährigen nicht unbekannt, im Gegenteil. In Kierspe geboren, lernte er die JVA Attendorn schon im Rahmen seiner Ausbildung kennen.

„Ich war schon 1980 in meiner Ausbildung als Regierungsinspektoranwärter in Attendorn. Damals standen hier noch die Baracken als Unterkunft für die Gefangenen und es gab natürlich nur den offenen Vollzug.“ Bis er jetzt wieder in Attendorn gelandet ist, hat er allerdings einiges an Erfahrungen mehr vorzuweisen als vor 34 Jahren. So sammelte er erste berufliche Eindrücke nach seinem dualen Studium in Bad Münstereifel, in Attendorn, Iserlohn und Hagen in den Justizvollzugsanstalten Dortmund und Hamm, dem ehemaligen Justizvollzugsamt Westfalen-Lippe, im Geschäftsbereich des Landesrechnungshofes Arnsberg sowie als Verwaltungsleiter der Justizvollzugsanstalten Bielefeld-Senne und Köln.

Freundschaft mit dem Vorgänger

„In Bielefeld-Senne ist die größte offene Anstalt Europas mit rund 1000 Plätzen und in Köln-Ossenheim die größte geschlossenen mit rund 1100 Haftplätzen.“ Und dann in das relativ kleine Attendorn? Mit seinem Vorgänger Rainer Wisniewski, der zum 1. August in den Ruhestand getreten ist, verbindet ihn eine lange Freundschaft. „Wir haben damals, als wir in beide in Hamm gearbeitet haben, immer die Mittagspause am Freitag miteinander verbracht.“ Der Kontakt ist nie abgerissen. „Meine Familie und auch Freunde leben in Kierspe und ich wollte jetzt näher bei meinen Eltern sein“, so Ulf Borrmann. „Doch Rainer hatte noch ein paar Jahre bis zum Ruhestand.“ Daher ging er erst einmal nach Wuppertal. Hier wurde er im Februar 2012 an die Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen versetzt und zum ständigen Vertreter des Leiters dieser Einrichtung bestellt. „Das war eine spannende Aufgabe, denn die Schule wurde aufgebaut und ich durfte unter anderem das Lehrkräfteteam mit aufstellen.“

Doch dann kam das Angebot aus Attendorn. „Seit drei Tagen bin ich nun hier und diese JVA beeindruckt mich schon, besonders der neue geschlossenen Bereich.“ Auch seine Ziele für Attendorn sind klar: „Zum einen gibt es viele Änderungen im Landesstrafvollzugsgesetz, die auch hier umgesetzt werden müssen. Außerdem möchte ich ein Gleichgewicht zwischen Sacharbeit und Kommunikation sowohl mit den Beschäftigten wie auch mit den Inhaftierten schaffen. Dabei halte ich Transparenz für sehr wichtig.“

Umzug nach Attendorn

Eine wichtige Aufgabe sieht Ulf Borrmann auch in der Beschaffung neuer Arbeitsplätze für den offenen Vollzug. „Wir benötigen noch rund 20 bis 30 Plätze. Das muss machbar sein.“ Doch zunächst suchen er und seine Frau ein Haus in Attendorn. „Noch leben wir in Bensberg, aber wir wollen so schnell wie möglich hierher ziehen.“