Neue Stahlbrücke für Radfahrer

Die Tage der alten Eisenbahnbrücke sind gezählt. Sie soll einer neuen Stahlbrücke weichen und Radfahrern das Überqueren der Landstraße ersparen.
Die Tage der alten Eisenbahnbrücke sind gezählt. Sie soll einer neuen Stahlbrücke weichen und Radfahrern das Überqueren der Landstraße ersparen.
Foto: WP

Eichenermühle..  Eigentlich sollte die Baumaßnahme „schon vor zwei Jahren abgeschlossen sein“. Bisher wurde sie aber gar nicht begonnen. „Naturschutzrechtliche Fragen“ führt Drolshagens Bauamtsleiter Christoph Lütticke als Grund für die Verzögerung an, kann aber gleichzeitig mitteilen, dass im nächsten Jahr Baubeginn sein wird. Danach wird der Radweg von Olpe in Richtung Bergneustadt auch im Bereich Eichenermühle auf der alten Bahntrasse verlaufen. Kostenträger für die Baumaßnahme ist straßen.nrw.

Kein Nadelöhr mehr

„Derzeit führt der Radweg in diesem Bereich über die Landstraße 351“, gibt Lütticke zu bedenken und ist sicher: „Der Bau ist eine gute Sache für die Radfahrer.“ Die müssen dann nämlich nicht mehr die Landstraße in Eichen im Bereich der Einmündung der Straße „Zum Oberdorf“ kreuzen, um wieder zur ehemaligen Bahntrasse zu kommen.

Helle Freude hat die Planung aber nicht bei allen hervorgerufen. Denn für den Radweg wird der alte Eisenbahnviadukt in Eichen fallen müssen. Er wird ersetzt durch eine Stahlbrücke. Gleichzeitig wird auch das Nadelöhr auf der Straße beseitigt. Die Durchfahrt unter der Brücke läßt derzeit nur Platz für jeweils ein Fahrzeug. Da fürchte schon mancher Anlieger, so Lütticke, dass die Strecke künftig deutlich schneller befahren werde.

Eine Sanierung des Brückenbauwerks komme nicht in Betracht, sagt Karl-Josef Fischer von straßen.nrw. Schon jetzt fielen Steine aus der Brücke und eine Sanierung sei doch sehr aufwändig. Das bestätigt auch Lütticke: „Die Brücke ist abgängig.“ Unter Denkmalschutz steht das auf den ersten Blick recht „gesunde“ Bauwerk nicht.

2016 Baubeginn

Nachdem mittlerweile auch die naturschutzrechtlichen Fragen geklärt sind, kann 2016 mit dem Bau begonnen werden. Damit verbunden ist auch die „Verlegung des Durchlasses des Mühlengrabens“ und der „Ersatzneubau eines Durchlasses der Brachtpe“, heißt es in einer Sitzungsvorlage des Landschaftsbeirates, der sicher ist, dass die „wegfallenden für Fledermäuse und Wasseramseln nutzbaren Nischen und Spalten im Brachtpedurchlass und evtl. im Durchlass des Mühlengrabens durch den Einbau geeigneter Kästen in dem neuen Durchlass sowie in der näheren Umgebung ersetzt werden“ können.

Im Vorfeld wurde ein Fledermausgutachten in Auftrag gegeben. Dabei wurden Zwergfledermaus, Großer Abendsegler, Wasserfledermaus, eine Langohrart sowie mindestens eine weitere Mausohrart nachgewiesen. Als Winterquartier sei dieser Bereich aber nicht geeignet. Deshalb wird vom Landschaftsbeirat ein Abriss zwischen 1. November und 15. März favorisiert.

Die wegfallenden Quartiere und Nistplätze sollen durch den Einbau von acht Fledermaus-Gewölbesteinen im Brachtpedurchlass und zwei weiteren am Betonwiderlager der neuen Brücke ersetzt werden.

 
 

EURE FAVORITEN