Mit WUZ auf Wildsuche

Sie stellten gestern das WUZ vor: Klaus Rademacher (Geschäftsführer Kreisjägerschaft), Philipp Hunold (LVM) Dietmar Heupel, Hans-Jürgen Schüttler, Winfried Gosmann, Dieter Kohlmeier (Sparkasse) und Andreas Moll (Kreisverkehrswacht).
Sie stellten gestern das WUZ vor: Klaus Rademacher (Geschäftsführer Kreisjägerschaft), Philipp Hunold (LVM) Dietmar Heupel, Hans-Jürgen Schüttler, Winfried Gosmann, Dieter Kohlmeier (Sparkasse) und Andreas Moll (Kreisverkehrswacht).
Foto: WP
Das von Dietmat Heupel ersonnene Wildunfallzeichen (WUZ) hat sich in einem ersten Praxistest bewährt und überregional Aufsehen erregt. Mit ihm können verletzte Tiere schneller gefunden werden.

Kreis Olpe..  Die Idee kam Dietmar Heupel auf dem Hochsitz. Lange schon hatte den passionierten Jäger gestört, dass Tiere nach Wildunfällen oft lange verletzt irgendwo im Wald liegen, ehe sie qualvoll sterben. Die Lösung des Problems hat mittlerweile auch einen Namen: WUZ - ausgeschrieben Wildunfallzeichen.

Der Leiter der Direktion Verkehr bei der Olper Polizei, Hans-Jürgen Schüttler, sprach gestern von einem „kleinen Teil mit großer Wirkung“ und erklärte das so: Bislang war die Polizei bei der Kennzeichnung der Fluchtrichtung eines Wildtieres nach einem Unfall auf Kreide oder Sprühfarbe angewiesen, die sich bei Regen oder Schnee schnell als untauglich erweisen. Keine Witterungsprobleme gibt es bei dem etwa 30 Zentimeter langen orangefarbenen Zeichen „aus ökologischem Kunststoff“ (Heupel), das zudem durch einen reflektierenden Streifen auch nachts sichtbar ist. Es wird am Straßenrand dort eingesteckt, wo das Wild sich „in die Büsche geschlagen“ hat und zeigt zudem die Fluchtrichtung an. So kann der Suchhund sofort an der richtigen Stelle eingesetzt werden.

Nach einem Probelauf im Bereich des Hegerings Olpe hat diese Idee „landes- und bundesweit Aufmerksamkeit erregt“, sagt Winfrid Gosmann, Leiter des Hegerings Olpe. Er weiß aus Erfahrung, dass Wild nach Unfällen häufig verletzt in den Wald flüchtet und aufwändig gesucht werden muss, wenn nur der Straßenabschnitt bekannt ist, auf dem sich der Unfall ereignet hat. „Jetzt sieht man sofort, wo der Hund suchen muss“ und vor allem auch dann, wenn Polizei und Unfallbeteiligte nicht mehr vor Ort sind, wenn der Jäger eintrifft.

Hergestellt wird das Kunststoffzeichen von einer Kunststofffabrik in Kreuztal in bislang noch kleiner Menge. Im Kreis Olpe, so Stephan Ommer, Pressesprecher der Olper Polizei, sollen künftig alle Streifenwagen mit zwei bis drei der Zeichen ausgestattet werden. Angesichts des bundesweiten Echos - auch in den Jägerzeitschriften - versprechen sich alle Beteiligten aber bald eine größere Nachfrage. Dietmar Heupel hat das Zeichen mittlerweile als Gebrauchsmuster angemeldet.

Eigentum der Polizei

Zur jetzt kreisweiten Umsetzung der Idee war die Unterstützung von Sponsoren nötig, für die Dieter Kohlmeier (Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden), Andreas Moll (Kreisverkehrswacht) und Philipp Hunold (LVM-Versicherungen) an der Pressekonferenz teilnahmen.

Beim Einsatz des WUZ kommt es auch darauf an, dass sich Unfallbeteiligte merken, wohin das Wild geflüchtet ist. Außerdem sollten alle Verkehrsteilnehmer das Zeichen kennen. Das liegt den Beteiligten am Herzen. Denn neben den richtigen Jägern, die das Zeichen nach ihrem Einsatz wieder zur Polizei bringen, gebe es, so Hans-Jürgen Schüttler, leider auch die Souvenirjäger. Deshalb ist er durchaus nicht sicher, dass alle 50 in der Pilotphase eingesetzten Zeichen auch noch in Umlauf sind. Wer auch immer eins mitgenommen hat, sollte wissen, dass es sich um Eigentum der Polizei handelt.

 
 

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