Mit schwungvollem Drogenhandel 50 000 Euro Gewinn gemacht

Ein Trio aus Attendorn ist wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Siegen angeklagt.
Ein Trio aus Attendorn ist wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Siegen angeklagt.
Foto: WP

Attendorn/Siegen..  Am 20. März 2013 kursierte in Attendorn das Gerücht, dass die Polizei am Hagebaumarkt eine Geiselnahme unblutig beendet habe. Nun: An dem Gerücht war nichts dran. Der SEK-Einsatz galt zwei Drogendealern. Was das Duo nicht wusste: Nach umfangreichen Observierungen war der Deal, bei dem es um 13 Kilo Amphetamin für 29 000 Euro ging, von den Ermittlern eingefädelt worden. Ein V-Mann des LKA und ein polizeilicher Scheinkäufer wirkten mit. Das SEK nahm das Duo fest.

Wegen Drogenhandels sind die beiden Männer (29 und 31) sowie ein weiterer 31-Jähriger, die alle in Attendorn wohnen, angeklagt. Treibende Kraft war der 29-Jährige, der den Stoff in Hagen besorgte. Mit insgesamt 17,5 Kilo Amphetamin, einem halben Kilo Marihuana und 6300 Ecstacy-Tabletten sollen sie zwischen Januar 2012 und 20. März 2013 über 50 000 Euro Gewinn gemacht haben, Den Großteil kassierte der 29-Jährige.

Das Trio war geständig. Bei den Ermittlungen gegen den 29-Jährigen stieß die Polizei auf den am Hagebaumarkt festgenommenen 31-Jährigen. Zu ihm knüpfte der V-Mann des LKA „Hakan“ Kontakt in einem Attendorner Fitnessstudio.

„Er hat sich als großer Zuhälter verkauft. Irgendwann fragte er, ob man in Attendorn Stoff bekommen könne“, berichtete der in Geldnöten steckende Angeklagte über den verdeckten Ermittler. Ständig habe dieser angerufen und nach immer mehr Amphetamin gefragt. Am 13. März 2013 hätten er und der 29-Jährige dem „Hakan“ auf dem Parkplatz am Biggedamm 1,3 Kilo Amphetamin und 200 Ecstacy-Tabletten für 3200 Euro übergeben. Dabei war auch der polizeiliche Scheinkäufer „Mario“. „Hakan hat Mario als guten Kollegen und Bordellbesitzer vorgestellt“, so der 31-Jährige. Hakan habe auf immer mehr Drogen gedrängt.“ Der 29-Jährige habe 13 Kilo Amphetamin in Hagen besorgt. „Hakan“ habe bestimmt, dass die Übergabe am 20. März 2013 auf dem Attendorner Hagebaumarkt stattfindet. In „Marios“ Auto sei der Deal dann abgespult worden. Dann schlugen die SEK-Beamten zu. „Die Türen flogen auf, ich hatte eine Waffe am Kopf“, erinnerte sich der 31-Jährige.

Der 29-Jährige bestätigte die Schilderungen. Nach seiner Haftentlassung im August 2011 habe er einen Ex-Kollegen aus der JVA Attendorn getroffen. Dieser habe ihm vorgeschlagen, mit Drogenhandel anzufangen. Der finanziell klamme 29-Jährige sprang darauf an und bezog den Stoff fortan bei dem Ex-Mithäftling in Hagen. Nur eine Randfigur spielte der vom Attendorner Rechtsanwalt Harald Kröning vertretene andere 31-Jährige. Er habe einmal Drogen weitergegeben und die dafür kassierten 800 Euro weitergegeben: „Verdient habe ich nichts.“

Ein informelles Gespräch zwischen Kammer, Staatsanwältin und Verteidigern führte laut Richter Wolfgang Münker zu keiner Verständigung. Gleichwohl kann spekuliert werden, dass man eine Marschroute festgelegt hat. Belege: Geständnisse, Verzicht auf alle Zeugen und die Rücknahme der Staatsanwältin der angeklagten organisierten Bande, was für alle eine Mindeststrafe von fünf Jahren bedeutet hätte.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

 
 

EURE FAVORITEN