Mit dem Telefon aus der Einsamkeit

Von links: Britta Seppi, Andrea Schiller, Hartmut Schweinsberg und Pastor Jörg Ettemeyer.
Von links: Britta Seppi, Andrea Schiller, Hartmut Schweinsberg und Pastor Jörg Ettemeyer.
Foto: WP

Lennestadt.  Immer mehr Menschen leben allein in ihrer Wohnung. Immer mehr Menschen haben aus unterschiedlichsten Gründen kaum noch Kontakt zu ihren Mitmenschen und vereinsamen in ihren vier Wänden. Und das nicht nur in den Großstädten, sondern auch bei uns. Diese Fakten nimmt die Lennestädter Ehrenamtsbörse „EiL“ zum Anlass für ihr neuestes Projekt, den Telefonischen Besuchsdienst. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach. Ehrenamtliche rufen auf Wunsch bei Personen an, die in ihrer Einsamkeit keinen Kontakt zu anderen haben. „Wir wollen zuhören, diskutieren und locker plaudern, es sollen Hausbesuche per Telefon entstehen, Verbindungen, die im Alter wichtig sind“, so das EiL-Team.

Anrufe nach festen Regeln

Ziel ist, Senioren und anderen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, regelmäßige Kontakte über das Telefon zu ermöglichen. Der telefonische Besuchsdienst soll Kontakt halten, auch wenn die angerufene Person ins Krankenhaus muss oder in eine Senioreneinrichtung umzieht.

So einfach, wie sich das anhört, ist das nicht, sind sich die Verantwortlichen von EiL bewusst: Die Anrufe müssen nach festen Regeln passieren. Die ehrenamtlichen Anrufer sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ihre Rufnummer wird unterdrückt, damit zum Selbstschutz kein Rückruf möglich ist.

Möglicherweise ergeben sich in den Gespräche Tatsachen, die die Aktivierung von Ärzten, Behörden oder Hilfseinrichtungen nötig machen oder die in den seelsorgerischen Bereich reichen. Deshalb sollen alle ehrenamtlichen Anrufer zunächst eine Art Grundausbildung bekommen.

Mit Pastor Jörg Ettemeyer von der Ev. Kirchengemeinde Lennestadt-Kirchhundem und Britta Seppi , Leiterin des Sozialdienstes im Josefinum in Altenhundem, haben sich zwei „Profis“ bereit erklärt, das Projekt zu begleiten und bei der Ausbildung und bei den regelmäßigen Treffen zu beraten.

Zunächst geht es darum, etwa 15 bis 20 Ehrenamtliche zu finden, die bereit wären, als Anrufer zu fungieren. Deshalb lädt die Ehrenamtsbörse „EiL“ zu einem unverbindlichen Informationsabend am Donnerstag, 28. November, um 19 Uhr im Rathaus Lennestadt (kleiner Ratssaal) ein. Dort sollen das Konzept vorgestellt und alle Fragen angesprochen werden. Finden sich genug Anrufer, geht es darum, das Projekt publik zu machen, denn: „Die Menschen, die angerufen werden möchten, müssen sich bei uns melden“, so EiL

 
 

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