Minarett für die Moschee

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Foto: WP
„Die Fraktion FÜR Finnentrop beanstandet die mangelhafte Information der Öffentlichkeit durch die Gemeindeverwaltung im Rahmen des Umbaus des ehemaligen Postgebäudes in Finnentrop zu einer Moschee“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Presseerklärung.

Finnentrop..  „Die Fraktion FÜR Finnentrop beanstandet die mangelhafte Information der Öffentlichkeit durch die Gemeindeverwaltung im Rahmen des Umbaus des ehemaligen Postgebäudes in Finnentrop zu einer Moschee“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Presseerklärung.

Und weiter: „Einer vom Finnentroper Moscheeverein veröffentlichten Informationsbroschüre ist unter anderem zu entnehmen, dass an das Gebäude, welches sich im Besitz der Gemeinde befindet, ein Minarett angebaut werden soll. Weder in der kürzlich von der Verwaltung durchgeführten Bürgerversammlung noch in den öffentlichen Sitzungen des Rates oder der zuständigen Ausschüsse wurden die Bürgerinnen und Bürger unterrichtet.“

Breite Akzeptanz gefordert

Der Anbau eines Minaretts an ein kommunales Gebäude, das im Mietverhältnis abgegeben wurde, bedürfe nicht nur der Beratung in den nichtöffentlichen Gremien der Gemeindevertretung, so die FÜR-Fraktion, vielmehr sei die Verwaltung in dieser Angelegenheit aufgefordert, zur Herstellung einer breiten Akzeptanz der ortsbildprägenden Baumaßnahme die Öffentlichkeit im Vorfeld umfassend zu informieren und auf eventuelle Bedenken einzugehen.

Die Gemeinde Finnentrop hatte das Gebäude durch Mietkauf an die Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft (EMUG) weitergegeben, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. In der Sitzung am 27. Dezember 2012 beschloss der Finnentroper Rat, sein Vorkaufsrecht auszuüben, um auch nach Ende des Mietverhältnisses Einfluss auf die Entwicklung an der Finnentroper Straße zu behalten.

Versuch zu skandalisieren

Bürgermeister Dietmar Heß wies die Angriffe zurück: „Das ist wieder einmal der Versuch, etwas zu skandalisieren.“ Er selber kenne die Pläne erst seit Ende der vergangenen Woche. Im Gespräch mit Vertretern des Moscheevereins habe er zwei Wünsche vorgetragen, denen entsprochen werden soll: „Ich möchte dass das Minarett am Gebäude weiter zurück versetzt wird, damit es eben nicht die angesprochene städtebauliche Wirkung erzielt. Darüber hinaus möchte ich, dass der Schriftzug „Finem“, der eine Abkürzung ist und übersetzt so viel wie Finnentroper Moschee- und Kulturzentrum bedeutet, auch übersetzt wird und man uns sagt, um was es sich handelt.“

Gebäudeteil ohne Funktion

Die Behandlung im nichtöffentlichen Teil der Hauptausschusssitzung am kommenden Dienstag begründete Heß mit dem Hinweis, dass es sich um eine „Mieter-Vermieter-Angelegenheit“ handele, die natürlich in den nichtöffentlichen teil gehöre: „Wenn darüber hinaus gewünscht wird, auch öffentlich darüber zu reden, muss man das sagen.“ Baurechtlich sei das Minarett nicht zu verhindern, weil es sich um einen untergeordneten Gebäudeteil ohne Funktion handele: „Von dort wird kein Muezzin zum Gebet rufen.“

Schriftlich hat die FÜR-Fraktion unter anderem folgenden Fragen an den Bürgermeister gestellt:

Seit wann liegen der Gemeinde Finnentrop als Eigentümerin des Gebäudes die Umbau- und Anbaupläne vor?

Wurden die bereits bisher im Gebäude durchgeführten Baumaßnahmen mit der Verwaltung abgestimmt und bau- aufsichtsrechtlich begleitet?

Besteht für den Mieter eine Verpflichtung zum Rückbau der angedachten Baumaßnahmen bei einer eventuellen Beendigung des Mietverhältnisses?

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