Merten bricht Zelte in Drolshagen ab

Der Standort der Firma Merten im Industriegebiet in der Sengenau.
Der Standort der Firma Merten im Industriegebiet in der Sengenau.
Foto: WP

Drolshagen/Wiehl..  „Merten geht weg“: Was bisher nur als Gerücht durch Drolshagen geisterte, bestätigte gestern auf Anfrage unserer Zeitung der Geschäftsführer der Merten GmbH, Alexander von Schweinitz. Die Firma, die 2006 vom internationalen Konzern Schneider Electric übernommen worden ist, so von Schweinitz, werde den Standort im Gewerbegebiet Sengenau verlassen und die Produktion an den Merten-Hauptsitz nach Wiehl-Bomig verlagern.

Von Schweinitz: „Die Aufgabe des Standortes dient der Zusammenführung von Kompetenzen und dem weiteren Wachstum unseres Geschäftes. Durch das Zusammenführen der Fertigungsbereiche und der Produktentwicklung wird ein nahtloses Zusammenspiel und Ineinandergreifen von Kunden-Lösungen der drei Marken Merten, Ritto und Schneider Electric ermöglicht.“

In Wiehl werde im Zuge der Verlagerung erheblich investiert, neue Hallen würden gebaut.

Bei dem Projekt mit dem Titel ,All in one’ handele es sich aber nicht um einen ,Ad-Hoc-Umzug’, sondern um einen Prozess, der vermutlich ein Jahr oder noch länger dauern könne. Von Schweinitz: „Das wird Stück für Stück umgesetzt, immer in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und Betriebsräten.“

Somit könne zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nichts Detailliertes zur Zukunft aller Mitarbeiter zugesagt werden: „Die Klärung, welche Mitarbeiter wo gebraucht werden, wird sich mit dem Fortschritt des Projekts zeigen.“

Er freue sich aber, „zukünftig alle Mitarbeiter des Geschäftsbereiches in Wiehl-Bomig zu haben und damit die geballte Kompetenz des Teams zu konzentrieren. Von der Investition in den Standort werden die Mitarbeiter profitieren.“

In einer Presseinformation heißt es zur künftigen Bedeutung des Wiehler Standortes u. a.: „Wiehl-Bomig wird zum Kompetenz-Zen-trum für die Gebäudeinstallation, Gebäudesystemtechnik und Gebäudekommunikation. Hier werden Produkte und Lösungen für den deutschen sowie internationalen Markt entwickelt, produziert und vermarktet. So kommt dem Standort eine immer wichtigere Rolle im internationalen Verbund der Entwicklungs- und Produktionsstandorte für Schneider Electric zu.“

Zitiert wird auch der Vize-Präsident von Schneider Electric Deutschland, Daniel Rook: „Mit unserem All-in-one-Projekt für Wiehl-Bomig wird es uns erneut gelingen, einen deutschen Standort gegen den starken internationalen Wettbewerb im Konzern zu sichern und auszubauen."

Positives gab es gestern auch von Ortwin Kallidat, dem Merten-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden zu hören: „Ich denke, dass das Ganze sozial intelligent organisiert wird.“ Der Konzern habe sich in diesen Fragen immer „sehr großzügig“ gezeigt. Kallidat: „Seit der Übernahme durch Schneider Electric hat es nicht eine einzige betriebsbedingte Kündigung gegeben.“

 
 

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