Mehr Zeit für die Familie bei Arbeitnehmern sehr gefragt

Kreis Olpe..  „Engpass qualifiziertes Personal – familienbewusst in der Region – Ihr Wettbewerbsvorteil“ – unter diesem Motto stand eine bemerkenswerte Vortragsveranstaltung im Technikum der Fa. Kemper in Olpe.

Zahlreiche Vertreter aus Unternehmen Verbänden und Institutionen waren der Einladung des Netzwerks W(iedereinstieg) im Kreis Olpe und der IHK Siegen gefolgt, um sich über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der familienfreundlichen Personalpolitik zu informieren.

Referent Marcus Schmitz aus Köln, ein Experte in Sachen Familie und Arbeitswelt, machte deutlich: „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zu einem Arbeitnehmermarkt. Eine bisher im Überfluss vorhandene Ressource (Personal) wird sich erheblich verknappen, was für Unternehmen Risiko und Chance zugleich sein kann.“

Anhand neuester Studien und Statistiken gab Schmitz einen Überblick über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt und stellte dar, wie Organisationen auf demografische Veränderungen reagieren können. „Demografie ist mehr als eine alternde und schrumpfende Bevölkerung. Insbesondere eine Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen und eine Werteveränderung haben großen Einfluss auf die weiteren Entwicklungen.“

So ergab eine Umfrage Jugend und Beruf 2013, dass bei Nachwuchskräften nicht mehr alleine ein hohes Einkommen zählt, sondern insbesondere Abwechslung im Arbeitsleben, Entwicklungsmöglichkeiten und Zeit für die Familie. Schmitz nannte konkrete Beispiele, bei denen mittlerweile auch Väter immer häufiger in Teilen auf Karriere und höhere Einkommen zugunsten von mehr Zeit für Partnerschaft und Kinder verzichten. Er stellte daneben viele kleine familienorientierte Maßnahmen vor, mit denen ein Unternehmen im Konkurrenzkampf um Arbeitnehmer punkten könne. „Sehr vorteilhaft ist es, wenn es im Unternehmen für die Beschäftigten eine Ansprechperson gibt, die sich mit allen Fragen rund um Elternzeit, Wiedereinstieg, Teilzeit- und Telearbeit oder Vereinbarkeit von Pflege und Beruf auskennt. Das ist in Zukunft ein echter Wettbewerbsvorteil.“

Da dies immer mehr mittelständische familiengeführte Unternehmen erkennen, werden diese momentan bei jungen Nachwuchskräften als Arbeitgeber bevorzugt.

Fazit: „Familienfreundlichkeit ist ein entscheidendes Instrument und Mittel, um der zukünftigen Herausforderung, die Quantität und die Qualität von Fach- und Führungskräften für die Organisation sicherzustellen, zu genügen“.

Aufgeschlossen für die Thematik zeigte sich Winfried Fischer, Geschäftsführer der Fa. Gebr. Kemper, bei der Vorstellung seines wirtschaftlich sehr erfolgreichen Unternehmens. Um dem zukünftigen Fachkräftemangel vorzubeugen, bilde die Fa. Kemper unter anderem weiter über Bedarf aus.

Die Veranstaltung wurde vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW gefördert.

 
 

EURE FAVORITEN