Martinszüge nicht mehr auf Olper Straßen

Für Kindergärten gehören Martinsumzüge zur eigenen Tradition. Der Kindergarten Pusteblume möchte auf einen eigenen nicht verzichten und wird den diesjährigen Umzug auf Privatgelände organisieren.
Für Kindergärten gehören Martinsumzüge zur eigenen Tradition. Der Kindergarten Pusteblume möchte auf einen eigenen nicht verzichten und wird den diesjährigen Umzug auf Privatgelände organisieren.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Stadt Olpe verschickt Schreiben an Kindergärten
  • Ordnungsamt weist darin auf Verantwortlichkeiten hin
  • Kindergärten wollen eigene Umzüg behalten

Olpe..  Ein Schreiben aus dem Rathaus an die Kindergärten in der Stadt thematisiert derzeit Martinszüge. Anders als in den Jahren zuvor, stehe die Polizei nicht mehr zur Sicherung dieser zur Verfügung. Stephan Ommer, Polizeisprecher, sagt: „Dafür sind wir aber auch gar nicht zuständig.“

Zuständig ist laut Ommer das Straßenverkehrsamt. Also die Stadt. In der Vergangenheit wäre auch die Polizei bei Martinszügen mal mitgegangen, dafür habe man nun aber keine Kapazitäten: „Das können wir gar nicht mehr leisten.“

Trotzdem können Martinszüge laut Peter Püttmann, Leiter des Ordnungsamtes, durchgeführt werden. Wenn sie nicht mehr als 500 Teilnehmer haben. „Mit dem Schreiben wollen wir die Kindergärten vor allem darauf hinweisen, dass sie selbst verantwortlich sind“, sagt Püttmann. Damit ein solcher Zug stattfinden kann, sollen in Zukunft keine Straßen mehr gesperrt werden. Ein entsprechender Zug müsse also über Gehwege verlaufen. An Stellen, wo dies nicht möglich ist, muss am rechten Fahrbahnrand gegangen werden. Außerdem müssen der Anfang sowie das Ende des Zuges abgesichert, Kreuzungen gesichert und Zwischenräume eingehalten werden. Da der Veranstalter zudem haftbar ist, weist Peter Püttmann auch auf die Wichtigkeit einer Haftpflichtversicherung hin.

All diese Gründe führt Püttmann als Schwierigkeit für Kindergärten an, die einen Martinszug durchführen wollen. Gerade in Wohngegenden, in denen es eng ist, seien etliche der genannten Punkte nicht oder nur schwer realisierbar. Deswegen schlägt der Leiter des Ordnungsamtes in dem Schreiben an die Kindergärten vor, dass diese ihre Züge doch auf Privatgelände veranstalten könnten. Außerdem verweist er auf den großen Martinszug der St.-Martinus-Gemeinde. An diesem könnten auch Kindergärten zentral teilnehmen. „Dieser Zug findet auch auf Straßen statt“, sagt er. Das Brauchtum der Martinszüge bleibe der Stadt also in jedem Fall erhalten.

Ganz so pragmatisch dürften das die angeschriebenen Kindergärten nicht sehen. Birgit Löcker, Leiterin des Kindergartens Pusteblume, reagiert auf das Schreiben aus dem Rathaus wie folgt: „Wir werden den Martinszug in diesem Jahr auf Privatgelände durchführen.“ Anders als in den vergangenen Jahren. „Da haben wir unseren Zug auch eigenständig gesichert“, sagt Löcker.

Martinszug ist Tradition

Den Vorschlag, an dem Martinszug der St.-Martinus-Gemeinde teilzunehmen, wird sich zumindest der Kindergarten Pusteblume nicht beteiligen. „Gerade für die Kleinen ist der Martinsumzug ihres Kindergartens etwas ganz Besonderes“, sagt Löcker, die ergänzt: „Das ist ja schließlich auch unsere Tradition.“

 
 

EURE FAVORITEN

So schützt du deinen Hund vor der Sommerhitze

Heiße Sommer-Temperaturen sind für deinen Hund gefährlich. Deshalb solltest du diese Regeln beachten.
Di, 03.07.2018, 18.50 Uhr

Heiße Sommer-Temperaturen sind für deinen Hund gefährlich. Deshalb solltest du diese Regeln beachten.

Beschreibung anzeigen