Manipulation der öffentlichen Meinung ins Rampenlicht rücken

Michael Alexander

Kreis Olpe.  Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, eine eigene Meinung am besten: Wer all dem, was über gesellschaftliche, ökonomische und politische Probleme zu sehen, zu hören und zu lesen ist, mit gesunder Skepsis begegnet, der sollte sich im Internet einmal die „NachDenkSeiten“ anschauen.

Die Herausgeber Albrecht Müller und Wolfgang Lieb haben sich zum Ziel gesetzt, von interessierter Seite betriebene „Kampagnen der öffentlichen Meinungsbeeinflussung“ zu beleuchten und die leider immer wieder zu beobachtenden Manipulationen aufzudecken.

Müller und Lieb hinterfragen aber auch die „pauschale Feindseligkeit gegenüber allen staatlichen und öffentlichen Einrichtungen“, die tagtäglich an den Stammtischen neue Blüten treibt. Außerdem wollen die „NachDenkSeiten“ aufzeigen, dass Kriege in aller Regel zur Lösung von Konflikten nicht geeignet sind und militärische Interventionen allenfalls zu einer Eskalation von Gewalt und Gegengewalt führen.

Der Nationalökonom Albrecht Müller ist Herausgeber von www.nachdenkseiten.de. Er war von 1987 bis 1994 Abgeordneter des Deutschen Bundestages und leitete die Planungsabteilung im Bundeskanzleramt bei Willy Brandt und Helmut Schmidt. Mitherausgeber Wolfgang Lieb ist promovierter Jurist. Er war Regierungssprecher in NRW unter Ministerpräsident Johannes Rau und von 1996 bis 2000 Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium.

Zu dem gleichermaßen spannenden wie umfangreichen Informationsangebot zählen auch die „Manipulation des Monats“ und die „Manipulation der Woche“.

Nichts für Linientreue

So geißeln die Nachdenkseiten beispielsweise eine kürzlich veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, derzufolge laut Internet-Medien 180.000 neue Jobs in Deutschland entstehen sollen, als „fortgeschrittenen Fall von Scharlatanerie, dessen Aussagekraft gegen Null geht“.

Im „Kritischen Tagebuch“ nehmen die Autoren Besorgnis erregende Entwicklungen unter die Lupe, aktuell den „Alltagsrassismus in Deutschland“.

„Denkfehler“ in der allgemeinen Wirtschaftsdebatte sowie Sachfragen von Agenda 2010 und Arbeitsmarkt bis Wahlen und Wirtschaftspolitik komplettieren Albrechts Müllers und Wolfgang Liebs Internetportal.

Nichts für linientreue Parteianhänger, aber für alle, die sich eigene Gedanken machen, ist die Seite sehr zu empfehlen.