Letztes Mittel Planfeststellung

Finnentrop..  Die Gemeinde Finnentrop ist stolz auf ihr gut ausgebautes Radwegenetz. Neben Wanderern sind Radfahrer die Frequenzbringer des überwiegenden Tagestourismus in Finnentrop.

Wie gut der SauerlandRadring frequentiert wird, untermauern Zahlen, die Ludwig Rasche der Politik präsentierte. So zählte eine automatische Messstation im Vorjahr zwischen dem 7. Juli und dem 2. November am sogenannten Fledermaustunnel insgesamt 14 656 Radfahrer. Das entspricht einem täglichen Durchschnitt von 123 Radfahrern. Am Spitzentag wurden 1 036 Radfahrer gezählt.

Lennebrücke Mitte Juni

Trotzdem ist das Radwegenetz weiterhin optimierungsfähig, müssen noch Lücken geschlossen werden. Auf dem Plan für dieses Jahr steht die endgültige Fertigstellung des Radwegs LenneSchiene zwischen der Schützenhalle in Bamenohl und dem Lennepark. Hier steht die Baufirma „Gewehr bei Fuß“. Auch die Anbindung an den Sieg-Bigge-Radweg, der von Finnentrop über Attendorn, den Biggesee, Olpe, Freudenberg bis Kirchen verläuft soll mittels einer Brücke über die Lenne parallel zur Eisenbahnbrücke erfolgen. Diese ist beauftragt und soll in der 24 Kalenderwoche, also Mitte Juni, installiert werden.

Dann müssen Radfahrer nur noch zwischen dem Bahnübergang Am Steinwerk und dem Lindenbaum über die L 539 fahren. Ob es in diesem Jahr noch gelingt, den letzten Lückenschluss mittels einer an die Eisenbahnbrücke über die Bigge in Altfinnentrop angehängte Brücke zu vollziehen, ist noch ungewiss. Die notwendigen statischen Nachweise sind erbracht, das Bauwerk befindet sich jetzt im Genehmigungsverfahren.

Der Baubeginn des Radwegs vom Lennepark aus über die alte Bahntrasse nach Wennemen zum Lichtblicks LenneSchiene steht unmittelbar bevor. Die Weiterführung bis Lenhausen ist der zweite Bauabschnitt. Auch in Sachen Brückenschlag über die B 236 und Führung des Radwegs durch den Lenhauser Tunnel ins Frettertal gibt es neue Entwicklungen. Bürgermeister Dietmar Heß bestätigte, dass es Gespräche mit dem Jagd- und Sportschützenverein Frettertal über eine mögliche Verlegung des Schießstands gegeben habe.

Schießstand auf den Buchhagen?

Er wollte weder bestätigen noch dementieren, dass es sich bei dem angedachten neuen Standort um den Bereich Buchhagen oberhalb von Schöndelt handelt, der unter Landschaftsschutz steht, der schon andere Nutzungen verhinderte.

Mit ihrem Latein am Ende ist die Gemeindeverwaltung, was den Radwegebau zwischen Lenhausen und Rönkhausen betrifft. Hier weigert sich ein Grundstückseigentümer hartnäckig, Gelände zur Verfügung zu stellen. Bürgermeister Heß erwiderte auf den Hinweis von CDU-Fraktionschef Ralf Helmig, „dass es schön wäre, wenn wir dort einen Schritt weiterkämen“: „Die Verwaltung ist hier bei den Grundstücksverhandlungen am Ende. Vielleicht kann die Politik ja Tore öffnen?“

Zu nachhaltigeren Mitteln greifen

Ansonsten müsse man überlegen. Ob man nicht „zu etwas nachhaltigeren Mitteln greifen“ und ein Planfeststellungsverfahren einleiten wolle. Dieses könne eine vorzeitige Besitzeinweisung der benötigten Flächen, sprich eine Enteignung, zur Folge haben. Er sei bereit, alle Möglichkeiten zu ergreifen, die sich anböten. Das sei als „letztes Mittel“ auch für den Fall denkbar, dass die Verhandlungen mit dem Jagd- und Sportschützenverein scheitern sollten. Es bestehe jetzt aber eine gute Chance, „mit friedlichen Mitteln aus der Nummer rauszukommen“.

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