Lauschen und staunen auf Weg zu den Sternen

Julia Eiden
Mit „Zu den Sternen“ nahm der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Olpe sein vollauf begeistertes Publikum beim Jahresabschlusskonzert in der Stadthalle.
Mit „Zu den Sternen“ nahm der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Olpe sein vollauf begeistertes Publikum beim Jahresabschlusskonzert in der Stadthalle.
Foto: WP

Olpe.  Als krönender Abschluss und mit der Urgewalt der Posaunen ließ der „Margaretenmarsch“ die Luft in der Olper Stadthalle vibrieren und einen Zuhörer spontan äußern: „Wer das nicht erlebt, der hat was verpasst“.

Gemeint war das traditionelle Weihnachtskonzert des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Olpe in der Stadthalle, zum dritten Mal nun unter der Leitung von Hauptmusikzugführer Michael Nassauer.

„Zu den Sternen“ hieß das Thema und war neben der „Musik aus luftigen Höhen und fernen Galaxien“ ein Zeichen stetigen musikalischen Strebens zu Höherem. Dies zeigte sich in technischer Perfektion, auch bei den kniffeligsten Passagen, kombiniert mit ansteckender Spielfreude und der Gabe, Gefühle hörbar zu machen.

Moderation mit Humor

Maßgeblich zum Verständnis der Stücke trug Martin Kretschmer mit seiner bekannt humorvollen Moderation bei, dicht versehen mit jeder Menge Hintergrundwissen. Lichteffekte, Fotos oder punktgenau eingesetzter Nebel ließen lauschen, schauen, staunen.

Zur Eröffnung erklingt ein luftig-leichter Fliegermarsch und mit „Aces high“ gleich noch einer. Die lautmalerische Musik von „Finlandia op. 26“ (Jean Sibelius) mit Trommelwirbel, Staccato der Trompeten, dem Wogen der Bässe und einer lieblichen Holzbläser-Melodie bis hin zum aufwühlenden Tutti wird noch getoppt vom anspruchsvollsten Stück des Abends: „Jupiter, der Bringer der Fröhlichkeit“ aus „Die Planeten“ von Gustav Holst. Es scheint fast so, als halte das Publikum den Atem an beim virtuosen Spiel der Holzbläser, dem Trillern des Blechs - bis die Luft nur so schwirrt - und den einzelnen Tönen, die punktgenau akzentuiert eingesetzt werden. Erholung bringen „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“, trotz gefühlter Überschallgeschwindigkeit präzise gespielt und dabei gespickt mit akustischen Gags.

Verschmitzte Interaktion

Dissonanzen und Tempi-Wechsel, andächtige Besinnung und entfesselte Schlagwerke kennzeichnen die Ankunft im Weltall, vollendet in der Weltraumsaga „Star Wars“: mit verschmitzter Interaktion verschiedener Instrumentengruppen, dem nachdenklichen „Yoda´s Theme“ und schließlich dem, das Hauptthema eröffnenden Ruf der Trompeten.

„What a wonderful world“ lädt zum Träumen ein; „Raumpatrouille Orion“ erinnert an Deutschlands erste Science-Fiction-Serie und mit Michael Jacksons „Earth Song“ ist die Erde wieder erreicht.

Begeisterter Applaus brauste in der guten Stube der Kreisstadt auf für ein ganz und gar außergewöhnliches Konzert.