„Landwirtschaft, wie man sich das vorstellt“

Reiste.  Der CDU-Gemeindeverband Eslohe hat jetzt erstmals zu einem „Tag der Land- und Forstwirtschaft“ in die Schützenhalle St. Pankratius in Reiste eingeladen. Zu dem Thema „Treibt Rot-Grün die Landwirtschaft in NRW ins Aus?“ referierte die Landesvorsitzende des Agrarausschusses NRW, Christina Schulze Föcking vor 143 Zuhörern.

Hofbesichtiungen

Der gut besuchten Großveranstaltung gingen drei Hofbesichtigungen voraus, die ebenfalls öffentlich waren. Besucht wurde der Forstbetrieb von Josef Mertens, der Milchviehbetrieb Schulte-Urban und der Milchvieh- und Schweinemastbetrieb von Martin Wiese-Wagner. Pro Besichtigung waren zwischen 30 und 50 Gäste mit dabei.

Sorgen

Christina Schulze Föcking zeigte sich beeindruckt von den familiengeführten Betrieben. „Hier ist Landwirtschaft noch so, wie man es sich vorstellt: mit viel Herzblut. Bewahren sie sich das, egal welche Schwierigkeiten ihnen von der Landesregierung in den Weg gelegt werden“, sagte sie eindrücklich. Und davon gibt es so einige. Die anwesenden Land- und Forstwirte wollten vor allem eins: die Sorgen ihres Berufsstandes in die Öffentlichkeit getragen wissen. Viele beschäftigte das Thema „Greening“. Die EU-Agrarreform will, dass ein Anteil der bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen nun ökologisch aufgewertet wird. Die Sorge, dadurch zu viel Land zu verlieren war weit verbreitet. Josef Schreiber, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands HSK, sagt: „Die Politik tut so, als hieße Greening ‘alles besser machen’. Aber das ist dummes Zeug. Es darf keine Stilllegung der Flächen bedeuten.“

Erneuerbare Energien

„Die Landesregierung NRW fordert zehn Prozent Stilllegungsfläche.“ Das größte Problem des Flächenverbrauchs seien dabei falsche Kompensationsmaßnahmen, so Schulze Föcking. Intelligente Maßnahmen würden eine Industrieentwicklung vor Ort nicht einschränken und zum Beispiel Gelder für den Abriss von Leerständen vorsehen, wünscht sich Dr. Christian Mohr von der Landwirtschaftskammer NRW.

Andere Sorgen hatten diejenigen, die früh und viel in erneuerbare Energien, wie zum Beispiel die Fotovoltaik, investiert haben. Sie fürchten um deren Bestandsschutz. Christina Schulze Föcking versprach den Landwirten in der Reister Schützenhalle , sich dafür einzusetzen. Auch sie sei Landwirtin mit Herz und Seele.

20 Sekunden Zeit für jedes Tier

Als die Politik ihr (und allen anderen Landwirten in Nordrhein-Westfalen) vor einigen Jahren hatte vorschreiben wollen, nur noch 20 Sekunden pro Tag in ein Tier zu investieren, haben sie angefangen, sich politisch zu engagieren. Und das tut sie noch heute für Bio- und konventionelle Betriebe. „Ich weiß gar nicht, warum immer alle überrascht sind, dass sich die CDU für Biobetriebe einsetzt. Ich bin für alle da“, erklärt sie.

Heimische Produkte kaufen

Ihrer Meinung nach braucht Nordrhein-Westfalen ein bunt gemischtes Angebot, aus dem der Verbraucher frei wählen darf.

Der Gentechnik wolle sie sich nicht verwehren. Sie empfiehlt Konsumenten, heimische Produkte zu kaufen und fordert, Produkte aus dem Ausland mit Gentechnikverweisen zu kennzeichnen.

 
 

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