Kritik an öffentlicher Diskussion

Achim Stracke (l.) und Bürgermeister Dietmar Heß zeichneten langjährige Wehrmänner mit den Feuerwehrehrenzeichen aus.
Achim Stracke (l.) und Bürgermeister Dietmar Heß zeichneten langjährige Wehrmänner mit den Feuerwehrehrenzeichen aus.
Foto: WP
Bürgermeister Dietmar Heß: Es macht keinen Sinn, schmutzige Wäsche zu waschen

Finnentrop..  Die Vorgänge um die Leitung der Löschgruppe Finnentrop und deren ausgeschiedenen Löschgruppenführer Markus Hesse waren auch bei der Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr der Gemeinde Finnentrop in Serkenrode Thema. Der anwesende Markus Hesse verließ beim Tagesordnungspunkt Verabschiedungen den Saal und verneinte nach seiner Rückkehr die Frage von Wehrführer Stracke, ob er sich äußern wolle.

Das tat Bürgermeister Dietmar Heß. „Es war wenig zielführend an die Öffentlichkeit zu gehen. Druck löst meistens Gegendruck aus. Es war eine unglückliche Verfahrensweise. Die Verwaltung hält sich raus. Die Amtszeit des Klägers endete am 31. Dezember 2015. Es macht keinen Sinn gegenseitig schmutzig Wäsche zu waschen. Es ist wichtig in die Zukunft zu schauen und eine schlagkräftige Gruppe zu erhalten.“

„Das hat mich traurig gemacht.“

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Paul-Gerhard Hofacker erklärte: „Die öffentliche Diskussion hat mich traurig gemacht. Der Leiter der Feuerwehr stellt sein Team zusammen. Man muss davon ausgehen, dass jemand, der drei Löschgruppen leitet, die Leistungen eines Einzelnen beurteilen kann.“

In seiner Rede lobte Bürgermeister Heß die mutige, fleißige Bürgerwehr und wünschte sich, dass solche Veranstaltungen live in die Wohnzimmer übertragen werden könnten, damit sich die Bürger ein Bild machen könnten. Das Gemeindeoberhaupt hob das hervor, was auch schon Achim Stracke in seiner Begrüßung deutlich machte: Die Feuerwehr Finnentrop ist stärker, als jemals zuvor.

Zehn Aktive mehr

Entgegen dem Trend allgemein rückläufiger Zahlen stieg die Zahl der Wehrmänner um zehn Aktive auf 302. „Elf Löschgruppen sind die geballte Kraft des Ehrenamts. Die Schutzziele bei kritischen Wohnungsbränden wurden zu 75 Prozent und bei Technischen Hilfeleistungen zu 67 Prozent erreicht. Darauf können wir stolz sein. Die Diskussionen um den Standort des neuen Feuerwehrhauses in Finnentrop sind mit der Wahl der Kopernikusstraße abgeschlossen. Direkt daneben entsteht die neue Rettungswache.“ Die Pläne für das Haus werden übrigens am morgigen Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Finnentrop präsentiert. Achim Stracke sagte: „Wir haben alles unternommen um den Bürgern schnelle und effektive Hilfe zu gewährleisten und dabei an so mancher Stellschraube noch gedreht. Das alles wäre nicht ohne eure Motivation und ohne euren Einsatz möglich. Wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Das belegten auch die Zahlen. Seit 2007 sei die Zahl der Aktive kontinuierlich angestiegen.

In der Jugendfeuerwehr kletterte die Mitgliederzahl von 29 im Jahr 2007 auf 80 im Jahr 2015. Zum 1. Januar 2016 sank sie auf 62, davon zehn weibliche. Einige Jugendliche wurden wieder in die Aktive Wehr übernommen. Weitere Infos dazu gab es von Gemeindejugendfeuerwehrwart Julian Hageböck, der sagte, dass momentan wieder sechs Kinder bei der Jugendfeuerwehr reinschnuppern. Ab dem Jahr 2016 werden zwei große Gruppen „Bigge-Lennetal“ und „Frettertal“ innerhalb der Jugendfeuerwehr gebildet. Julian Hageböck regte an die Anwesenheit der Jugendlichen im Form eines Bonussystems zu belohnen und gab als Veranstaltungen die Ferienfreizeit im Herbst in Helbra und den Aktionstag auf dem Gelände des Elspe Festivals bekannt. In den vergangenen drei Jahren sind 28 Jugendliche in die aktiven Wehren übernommen worden. Thomas Klein, stellv. Leiter der Feuerwehr informierte über die letztjährigen Investitionen.

2015 117 Einsätze

In diesem Jahr ist die Anschaffung eines LF20 mit Gefahrgutkomponente geplant, der in Bamenohl stationiert werde. Die Kosten liegen bei rund 265 000 Euro. Bei ABC-Einsätzen kooperiert die Finnentroper Feuerwehr mit den Feuerwehren Lennestadt und Kirchhundem. Die Zahl der Einsätze steigerte sich im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr von 94 auf 117.

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