Kirchturm mitten im Kreisverkehr

Am Ausleger eines Autokrans schwebt der Franziskanerturm über seinem neuem Standort.
Am Ausleger eines Autokrans schwebt der Franziskanerturm über seinem neuem Standort.
Foto: WP
Der Kirchturm der ehemaligen Franziskanerkirche in Attendorn steht jetzt in der Mitte eines Kreisverkehrs.

Attendorn..  Das ist weit und breit wohl der markanteste Kreisverkehr, an dem jetzt die Fahrzeuge auf der Attendorner Nordumgehung vorbei fahren: In der Mitte des Kreisels am Knotenpunkt von Nordumgehung, Wiesbadener und Attendorner Straße der zwischen dem Attendorner Stadtteil Schwalbenohl und Ennest, fand jetzt der Turm der ehemaligen Franziskanerkirche seine neue Heimat.

Wegen des Baus eines Lärmschutzwalls, der voraussichtlich im kommenden Jahr entsteht, musste der Turm noch einmal umziehen. Mit einem Kran wurde der 1,5 Tonnen schwere und 8,25 Meter hohe Kirchturm am Montagmorgen von seinem bisherigen Standort auf einer Wiese unmittelbar neben dem Kreisverkehr auf ein Fundament im Kreisel gehievt. Im Vorfeld war die Mitte des Kreisel mit Erde aufgeschüttet worden.

Symbol des Bürgerprotestes

Jetzt ist das Symbol des seinerzeitigen Attendorner Bürgerprotestes gegen den Abriss der Franziskanerkirche zu einem Blickfang für alle Verkehrsteilnehmer geworden. Der achteckige und nach oben spitz zulaufende Kirchturm war im Juli des Jahres 2 000, nachdem bekannt geworden war, dass die Franziskanerkirche mitsamt Kirchturm abgerissen werden sollte, um Platz für den heutigen Franziskaner Hof zu machen, auf Initiative von Helmut Horn von Attendorner Handwerkern in einer Blitzaktion gerettet worden.

Anlage zehn Jahre gepflegt

Seinerzeit hatte der Abbruch der dem Franziskanerorden gehörenden, im Jahr 1969 errichteten Kirche zu großem Unverständnis und Protesten in der Attendorner Bevölkerung geführt. Nachdem anschließend keiner so recht den Turm haben wollte und dieser längere Zeit zwischengelagert war, fand Helmut Horn einen Standort auf der Wiese neben dem Kreisverkehr, wo der Turm mehr als zehn Jahre lang stand. Wegen der dort von Helmut Horn und Winfried Selter angelegten und gut gepflegten Grünanlage mit Sitzbänken sah man immer wieder Besucher an dem Turm verweilen, wobei Spötter auch von der „Unterwiesenkirche“ sprachen.

Die Pflege der Anlage im Kreisverkehr obliegt den Mitarbeitern des städtischen Baubetriebshofes..

 
 

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